I. Am Danziger Hauptbahnhof, 17.4.1921

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Der Mentor
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I. Am Danziger Hauptbahnhof, 17.4.1921

Beitrag von Der Mentor »

[Hauptbahnhof Danzig, Gleis 8, 17.4.1920, 21:11 Uhr]

"Jaja, ich bin beruflich hier und treffe mich mit einem Bekannten. Er ist Jurist und kann mir vielleicht bei einer Sache weiterhelfen..."
, meint Heinrich Julius Wegemann, der seltsame, zerstreute Jornalist aus Stettin, als er den ersten Fuß in den Danziger Hauptbahnhof setzt.

Viele Menschen strömen um euch herum aus den Abteilen hinaus und weiter in Richtung der großen, altehrwürdigen Halle, deren erster Blickfang die obligatorische, über allem thronende Uhr ist. Überall werden Koffer gewuchtet, Zigarretten entzündet und geliebte und/oder lange nicht gesehene Freunde und Verwandte in die Arme geschlossen.


"Ich werde wohl ein Taxi nehmen, Sie auch?", fährt Wegemann fort, während er Kurs in Richtung Haupthalle einschlägt.

Bild
Hauptbahnhof Danzig um 1920
Zuletzt geändert von Der Mentor am Donnerstag 27. September 2007, 21:16, insgesamt 1-mal geändert.
"Wer mit Ungeheuern kämpft, mag zusehn, dass er nicht dabei zum Ungeheuer wird. Und wenn du lange in einen Abgrund blickst, blickt der Abgrund auch in dich hinein." - F. Nietzsche, Aph. 146
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Dr. Bernadette von Zobel
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Beitrag von Dr. Bernadette von Zobel »

Bernadette wendet sich Gustaver und Piotr zu und schaut sie fragend an. "Ich denke wir werden ebenfalls ein Taxi nehmen. Aber sagt wo müssen wir denn jetzt als erstes hin?"

Bernadette schaut danach hoch zur grossen Uhr um zu sehen, wie spät es mittlerweile denn schon ist.

"Ach Herr Wegemann..." Bernadette kramt ungeschickt in ihrer grossen Handtasche, zieht ein Kärtchen raus und streckt es Herrn Wegemann entgegen. "Falls sie mal in Berlin sind und oder medizinische Hilfe brauchen, suchen sie mich hier auf."
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Gustaver von Feldess
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Beitrag von Gustaver von Feldess »

"Piotr du hast doch mit Hagedorn diese Verabredung organisiert oder? Ansonsten fahren wir ins Museum für vorchristliche Geschichte.....bzw. Piotr du müsstest doch seine Adresse haben, wenn du mit ihm Korrespondenz geführt hast??"

Ohne eine Antwort abzuwarten greife ich Wegemann am Ärmel.
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Der Mentor
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Beitrag von Der Mentor »

...doch Wegemann ist verschwunden!

Es ist euch unbegreiflich, denn noch vor wenigen Sekunden stand er direkt hinter euch. Hektisch schaut ihr euch im Gedränge der Reisenden um, doch von dem Journalisten ist keine Spur zu entdecken!

Lediglich der schweinslederne Reisekoffer steht etwa 2 Meter hinter euch allein und verlassen auf dem Fußboden der großen Bahnhofshalle.
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Gustaver von Feldess
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Beitrag von Gustaver von Feldess »

Ich nehme den Koffer an mich und rufe laut seinen Namen!!
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Der Mentor
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Beitrag von Der Mentor »

Deine Stimme hallt durch den Danziger Bahnhof, doch ausser ein paar Leuten, die dich irritiert ansehen, erfolgt keine Reaktion auf dein Rufen. Den Koffer nimmst du an dich, was erneut ein altbekanntes Problem aufwirft und dich wieder mit der Frage konfrontiert, wo man wohl einen Gepäckwagen auftreiben könnte - denn wer soll all diese Koffer schleppen???

Desweiteren beschäftigt euch alle drei die Frage, was es mit diesem absonderlichen Journalisten auf sich hatte und ob die Antworten, die euch Wegemann schuldig geblieben ist, tatsächlich dazu beitragen würden, dass ihr wieder friedlich schlafen könnt...?!
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Gustaver von Feldess
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Beitrag von Gustaver von Feldess »

Ich schaue mich nach einem Kofferwagen um und wenn ich etwas in dieser Richtung finden kann, werde ich diesen auch nutzen, um mit den Koffern und Taschen zu einer Taxe zu kommen.

"Piotr hast du eine Adresse von Hagedorn oder eine Idee, wo wir heute Nächtigen sollen?"
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Beitrag von Der Mentor »

Du musst dich nur kurz in der abendlichen, menschendurchfluteten Halle orientieren, um einen herrenlosen Kofferwagen zu entdecken und verstaust euer Gepäck sowie den Koffer von Wegemann darauf.

Bernadette kommentiert deinen hilfreichen Einsatz mit einem flüchtigen Nicken, während sie sich weiterhin in der Halle nach dem verschwundenen Journalisten umsieht.

Piotr steht währenddessen geistesabwesend neben ihr, kaut auf einigen Bartfransen herum und reinigt seine Brille mit einem bunten Filztuch. Auf deine Frage hin blickt er auf, setzt seine Sehhilfe wieder umständlich auf die Nase, rückt sie zurecht, bis er zufrieden scheint und sieht dich durch frisch gereinigte Gläser an.
Zuletzt geändert von Der Mentor am Donnerstag 20. September 2007, 21:20, insgesamt 1-mal geändert.
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Dr. Bernadette von Zobel
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Beitrag von Dr. Bernadette von Zobel »

Bernadette wird langsam unruhig, denn nach der langen Zugfahrt möchte sie nun eigentlich schnell ins Hotel, etwas essen und dann die Beine hochlegen.
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Gustaver von Feldess
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Beitrag von Gustaver von Feldess »

"Ja es geht mir genau so... Nun gut wir wissen im Moment nicht wohin und mit einer Taxe kreuz und quer durch Danzig zu tuckern ist nicht meine Art ... uns fehlt ein Ziel!"
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Dr. Bernadette von Zobel
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Beitrag von Dr. Bernadette von Zobel »

Bernadette meint: "Wir sollten uns vielleicht erst ein mal eine Unterkunft suchen und dann sehen wir weiter."

Sie schaut sich kurz um und spricht dann einen möglicht gut gekleideten Mann/Frau an um ihn/sie nach einer guten Unterkunft hier in Danzig zu fragen. Sollte niemand anzutreffen sein, der diesen Kriterien entspricht, sucht sie einen Informationsschalter.
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Piotr Cebulski
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Beitrag von Piotr Cebulski »

Piotr schaut euch verwirrt an: "Liebe Freunde, ich ehrlich gesagt nicht weiss, wie wir nun weiterfahren sollen. Hagedorn's Adresse ich habe in meinen Notizbuch angeschrieben, aber ich glaube nicht, dass wir den Herren heute Abend noch stören sollten, oder was meint ihr? Nun ja, die Reise hat mich doch etwas mitgenommen. Ich mich fühle, als hätte ich gerade einen mehrmonatigen Aussetzer gehabt."

Verlegen streicht er sich über den Schnurrbart.

"Vielleicht wir sollten jemanden fragen, der sich hier auskennt."
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Der Mentor
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Beitrag von Der Mentor »

Nachdem du einige Reisende angesprochen hast, unter denen sich jedoch leider kein Einwohner Danzigs befand, beschliesst du, dein Glück am Fahrkartenschalter zu versuchen. Die ältliche Dame begrüsst dich zunächst freundlich auf Polnisch, antwortet aber prompt in fliessendem Deutsch, nachdem du sie auf deine Nationalität aufmerksam gemacht hast.

"Ich könnte Ihnen das Hotel Continental empfehlen, welches sich direkt gegenüber dem Hauptbahnhof befindet. Wenn Sie wünschen, könnte ich dort anrufen und gegen einen geringen Obolus veranlassen, dass Ihr Gepäck abgeholt wird."

Fragend schaut sie dich an.
Zuletzt geändert von Der Mentor am Donnerstag 20. September 2007, 21:18, insgesamt 1-mal geändert.
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Dr. Bernadette von Zobel
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Beitrag von Dr. Bernadette von Zobel »

Auf Bernadettes Gesicht breitet sich ein freundliches Lächeln aus und sie erwidert:
"Verehrte Dame, das wäre sehr freundlich von ihnen, wenn sie dies für uns veranlassen könnten. Sie müssen wissen, wir haben eine lange und SEHR anstrengende Zugfahrt hinter uns. Könnten sie uns vielleicht auch noch ein gutes Restaurant empfehlen oder ist die Küche im Continental empfehlenswert?"


Bernadette winkt, während sie mit der Frau spricht, Gustaver und Piotr heran und klärt sie auf.


"Ach, was sind wir ihnen schuldig für ihre Dienste?"
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Beitrag von Der Mentor »

Sie schaut dich etwas irritiert an, als du das Thema Geld zur Sprache bringst: "Sehr gerne die Dame, da gehört zu unserem guten Service. Ein Entgelt für meine Dienste ist nicht üblich und auch nicht notwendig. Über die Qualität des Essen kann ich Ihnen darüberhinaus keine Auskunft geben, aber das Hotel geniesst einen erstklassigen Ruf."

Sie tätigt anschliessend einen kurzen Anruf auf Polnisch und fährt fort, nachdem sie den Hörer wieder auf die Gabel gelegt hat:
"Es müsste bald jemand kommen, der Sie und Ihr Gepäck abholt. Ich bitte Sie um etwas Geduld. Wenn Sie sonst keine weiteren Fragen haben, dann wünsche ich Ihnen einen angenehmen Aufenthalt in Danzig."
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