I. Am Danziger Hauptbahnhof, 17.4.1921

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Der Mentor
Hohepriester
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Beitrag von Der Mentor »

Tatsächlich vergehen kaum 15 Minuten, als ein Mann in der typischen Kleidung eines Hotelangestellten aus der Menge auftaucht. Er begibt sich zu der Dame am Fahrkartenschalter und nach einem kurzen Wortwechsel zeigt diese in eure Richtung.

Der Page kommt auf euch zu und begrüsst euch devot-freundlich mit einem angedeuteten Verbeugung. Er stellt sich als Adrian vor und vergewissert sich noch einmal, ob ihr die Damen und Herren seid, die einen Gepäckdienst ins Hotel Continental wünschen. Umgehend beginnt er, sich mit Koffern und Reisetaschen zu beladen, wobei es für euch sofort absehbar ist, dass der arme Kerl die ganzen Sachen garnicht alleine tragen kann.
Zuletzt geändert von Der Mentor am Dienstag 16. Oktober 2007, 19:54, insgesamt 2-mal geändert.
"Wer mit Ungeheuern kämpft, mag zusehn, dass er nicht dabei zum Ungeheuer wird. Und wenn du lange in einen Abgrund blickst, blickt der Abgrund auch in dich hinein." - F. Nietzsche, Aph. 146
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Piotr Cebulski
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Beitrag von Piotr Cebulski »

Piotr begrüsst den Mann knapp auf polnisch und schnappt sich geistesgegenwärtig seinen Teil des Gepäcks. Anschliessend wartet auf die Reaktion seiner Freunde und schaut diese mit seinen nussbraunen Mandelaugen an.
"Wo Gewalt regiert, gibt es nur zwei Parteien. Die eine schreit öffentlich ja, die andere knirscht ingrimmig nein. Wo Freiheit waltet, gibt es tausend Meinungen."
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Dr. Bernadette von Zobel
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Beitrag von Dr. Bernadette von Zobel »

Bernadette trägt ihre Handtasche, ihre Kamera und nimmt sich den kleinsten ihrer Koffer. Sie nickt Euch und dem Pagen zu und sagt:

"Von mir aus kanns losgehen. Ich freue mich nun doch sehr auf ein gutes und warmes Abendessen und danach auf ein warmes und hoffentlich nicht zu weiches Bett. Ihr müsst wissen, ich bekomme von zu weichen Matratzen immer fürchterliche Rückenschmerzen."


Sie hält kurz inne, um dann auch noch den Pagen des Hotels auf die Qualität des Essens anzusprechen:

"Ach Adrian, sag, wie ist die Küche des Hauses Continental? Ich möchte heute ungern noch eine Überraschung erleben!"
Ich empfehle mich!
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Der Mentor
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Beitrag von Der Mentor »

In stark akzentbehaftetem Deutsch antwortet er freundlich: "Wir verfügen über eine exquisite Küche und beschäftigen einige der renommiertesten Köche in ganz Danzig, wenn ich das in aller Bescheidenheit sagen darf."

An seinem Tonfall hörst du, dass er offensichtlich gerne im Hotel Continental arbeitet, da er voller Stolz von seinem Arbeitsplatz spricht. Vielleicht ist das allerdings auch nur die gute Geschäftspolitik des Hotels, schiesst es dir durch den Kopf.
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Gustaver von Feldess
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Beitrag von Gustaver von Feldess »

"Nun gut Adrian das klingt sehr verlockend was sie da sagen", mein Magen stimmt mir während dessen mit einem lauten Knurren zu, als meine Gedanken zu einem gut gekochten Essen abschweifen, "und ich vermute es ist auch kein Problem um diese Uhrzeit noch etwas zu Essen zu bekommen im Hotel Continental?"

Nachdem ich mich mit meinen Koffern beladen habe, so gut es geht, und auf den Koffer von Wegemann besonders Acht gebe das dieser nicht auch noch abhanden kommt, folge ich dem Hotelportier, mit den Worten:
"Sie müssen sich ja auch nicht alleine abmühen, um unser Gepäck zu tragen!", durch die Danziger Bahnhofshalle.

"Kommt ihr?", frage ich rhetorisch in die Runde meiner Begleiter als ich mich auf den Weg mache. "Piotr nicht Träumen!...kommt doch bitte wir sind alle hungrig und müde."
"Der Scharfsinn der Polizei ist die Gabe, alle Menschen eines Diebstahls für fähig zu halten, und das Glück, dass sich die Unschuld mancher nicht erweisen lässt."
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Der Mentor
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Beitrag von Der Mentor »

"Nun, der eigentliche Restaurantbetrieb ist bereits beendet, aber es gibt einen Nachtdienst, der unsere Gäste mit Getränken und diversen kulinarischen Kleinigkeiten versorgt. Ansonsten könnte ich den Herrschaften vielleicht eines der zahlreichen Lokale in der Altstadt empfehlen? Ich kenne mich bestens aus, also wenn sie Fragen haben, was die Stadt angeht, wenden Sie sich ruhig vertrauensvoll an mich oder fragen Sie an der Rezeption nach Adrian, wenn ich nicht anzutreffen bin."

Während ihr euch unterhaltet, verlasst ihr den Bahnhof und betretet zum ersten Mal Danzig.

Vor der großen Haupthalle liegt ein vergleichsweise kleiner Vorplatz mit einigen Taxen, einem Kiosk und einer Wurstbude. Menschen eilen geschäftig vorbei, gehen ihren abendlichen Tätigkeiten nach oder sitzen in Grüppchen beisammen. Eine breite, gepflasterte Straße verläuft von Norden nach Süden am Bahnhof vorbei und ihr schaut geradewegs auf die gegenüberliegende Häuserfront, wo es zahlreiche Altbauten, Cafés und Kneipen sowie ein griechisches Restaurant zu entdecken gibt. Auch ein großes Haus mit rot erleuchteten Fenstern entgeht dem geschulten Auge nicht.

Ohne Mühe macht ihr auch schräg gegenüber das hell erleuchtete Hotel Continental aus - eingebettet in diese malerische Kulisse und augenscheinlich das beste Hotel am Platz. Adrian lotst euch zielsicher über die Straße, wobei er mit einigen lässigen Gesten die herannahenden Automobile zum abbremsen bewegt und führt euch auf den mit einem makellosen, roten Teppich ausgelegten Haupteingang zu.

Für Mitte April ist es erstaunlich mild und trotz fortgeschrittener Stunde sitzen noch zahlreiche Bürger in den bereits geöffneten Biergärten. Eure Blicke fallen im Vorbeigehen auf reich gefüllte Teller, verführerische Düfte beglücken eure Nasen und Geschwätz, Gelächter und seichte Jazzklänge ergänzen sich zu einer durch und durch verlockenden Melange.

Der Gedanke an eine heisse Dusche, ein warmes Federbett und eine duftende und wohlschmeckende Mahlzeit wird bei diesem Anblick schier übermächtig und ihr beschleunigt eure Schritte, um an den zwei sich ehrerbietig verbeugenden Angestellten am Eingang vorbeizurauschen und das hell erleuchtete Foyer zu betreten.
Zuletzt geändert von Der Mentor am Dienstag 30. Oktober 2007, 01:03, insgesamt 1-mal geändert.
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Piotr Cebulski
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Beitrag von Piotr Cebulski »

Piotr schaut im Vorbeigehen verträumt in die abendlichen Lokale und murmelt etwas unverständliches auf Polnisch. Der Page grinst flüchtig und nimmt sofort wieder einen neutralen Gesichtsausdruck an, als er eure Blicke bemerkt.

Auf Deutsch schiebt Piotr nach:
"Hier man wohl könnte so dies eine oder andere gute Gespräch machen..."
"Wo Gewalt regiert, gibt es nur zwei Parteien. Die eine schreit öffentlich ja, die andere knirscht ingrimmig nein. Wo Freiheit waltet, gibt es tausend Meinungen."
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