III. Freitag, 7.5.1921 - Suttner Straße, Berlin/Tempelhof

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Dr. David Schmidt
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III. Freitag, 7.5.1921 - Suttner Straße, Berlin/Tempelhof

Beitrag von Dr. David Schmidt »

David Schmidt ist auf dem Weg nach Hause. Er war müde von der Arbeit, eine ganze Woche im Kampf mit mühseligen Patienten und aber auch mühseligen Kollegen. Er freut sich auf etwas Entspannung. Da allerdings nur sein einsames Heim auf ihn wartet, zieht es ihn wieder in Richtung dieses Antiquariats.

Er weiss nicht warum er immer wieder dorthin geht, ist doch der Besitzer nie anwesend, aber auch wenn es nicht auf seinem direkten Heimweg liegt, so kommt er doch immer wieder vorbei. Wahrscheinlich ist es nur die Neugierde, oder es liegt am Laden selbst. Er ist alt und bietet damit den richtigen Rahmen für alte und noch ältere Bücher. Es gibt ein Schaufenster, indem allerlei Bücher ausgestellt sind, einige in ihren alten Ledereinbänden, oder die billigen Ausgaben in Papier. Anscheinend musste der Einband bei einigen ausgestauscht werden, denn er sieht das schwarz und fleckenlose Braun von neuen Ledereinbänden.

Über dem Schaufenster befindet sich auch eine Aufschrift: "Antiquariat" und darunter steht "Claas Vanderstraß".


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Interessanterweise sind die Buchstaben diesmal von hinten erleuchtet- es scheint jemand da zu sein.

David bleibt stehen, durch das unerhoffte Offensein des Geschäfts zunächst überrascht. Doch dann packt er das Glück beim Schopf und tritt ein und grüsst in die staubige Atmosphäre des Ladens.
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Re: III. Freitag, 7.5.1921 - Suttner Straße, Berlin/Tempelhof

Beitrag von Der Mentor »

Der Tag war schön und die tief stehende Sonne dringt durch die wenigen Ritzen und Spalten der Schaufenster. Staubige Strahlen aus Licht fallen in überfüllte Buchreihen, brechen sich an altem Holzboden und weiter hinten erneut an einer ebenfalls hölzernen Theke. Über allem liegt der Geruch von Papier, Leder und Leim, von Holz, Staub und einer Note Pfefferminz.

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Claas Vanderstraß ist ein untypischer Antiquar, da er zum einen höchstens 50 Jahre alt sein dürfte und desweiteren nicht bei jedem Besuch hinter seiner Theke thront, als sei er dort festgewachsen. Als Dr. Schmidt eintritt, steht der niederländische Pfundskerl zwischen zwei engen Buchreihen und sortiert Werke ein, die sich auf einem schmalen Rollwagen auftürmen. Eine Halsdrehung geht in seine Richtung und zwei Augen mustern den Psychiater mäßig interessiert. Seine Stimme klingt da schon durchaus kundenfreundlicher: "Tag der Herr..."

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Re: III. Freitag, 7.5.1921 - Suttner Straße, Berlin/Tempelhof

Beitrag von Dr. David Schmidt »

"Guten Tag!", grüsst nun auch David noch einmal. Einerseits möchte er den Antiquar bei dessen Tätigkeit im Moment nicht stören und anderseits ist er sowieso abgelenkt von den Bergen von Büchern die er nun sieht. So fängt er an umherzugehen, das eine oder andere Buch aufhebend, um den Titel genauer lesen zu können und auch auch einen Blick hinein zu riskieren. Es scheint fast so, als hätte Dr. Schmidt seine Umgebung vollständig vergessen.
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Re: III. Freitag, 7.5.1921 - Suttner Straße, Berlin/Tempelhof

Beitrag von Der Mentor »

Vorerst bleibt David ungestört. Während der Psychiater in den Auslagen stöbert, ist vom Ladenbesitzer lediglich das leise Rascheln, das dessen Tätigkeit begleitet, zwischen den Regalreihen zu vernehmen.

Zwei Männer, die ihren Gedanken und ihrer Liebe zum gedruckten Wort nachhängen und dabei stillschweigend koexistieren - ein seltener Anblick in diesen Tagen.
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Re: III. Freitag, 7.5.1921 - Suttner Straße, Berlin/Tempelhof

Beitrag von Dr. David Schmidt »

Dann jedoch erinnert sich David, warum er eigentlich unbedingt in diesen Laden kommen wollte. Noch immer möchte er den Inhaber nicht stören und so sucht er selber nach Büchern mit esoterischem Inhalt. Vielleicht findet er dieses seltsame Pentagramm mit den Zeichen in der Mitte in einem dieser Bücher.

Irgendwie erscheint es ihm auch unpassend als wissenschaftlich gebildeter Mann nach diesen Dingen zu fragen.
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Re: III. Freitag, 7.5.1921 - Suttner Straße, Berlin/Tempelhof

Beitrag von Der Mentor »

Noch bevor David fündig wird, bewegt der behäbige Antiquar seinen Körper nun doch zwischen den Buchreihen hervor, um den Kunden anzusprechen: "Wenn ich helfen kann, geben Sie mir Bescheid, hm?"
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Re: III. Freitag, 7.5.1921 - Suttner Straße, Berlin/Tempelhof

Beitrag von Dr. David Schmidt »

David zoegert etwas meint dann aber, "Nunja vielleicht koennen sie mir wirklich helfen. Haben sie vielleicht Buecher, die sich mit Symbolen oder Zeichen besonders okkulter Natur beschaeftigen?" Er konnte ja schlecht hoffen einfach auf gut Glueck das richtige Buch zu finden und das auch noch in einer halbwegs vernuenftigen Zeit. Wahrscheinlich war er zu sehr auf sein Ansehen bedacht, aber wenn er Antworten haben wollte, musste er auch fragen.
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Re: III. Freitag, 7.5.1921 - Suttner Straße, Berlin/Tempelhof

Beitrag von Der Mentor »

Vanderstrass lächelt. "Ah. Nun, das kommt ganz darauf an." - das Lächeln weicht einem Schmunzeln [schwere Probe: Psychologie] - "Ich habe natürlich die Standardwerke hier, "The Book of the law" von Aleister Crowley in einer aufwändigen Sonderausgabe oder "Dr. Vollmers Wörterbuch der Mythologie" mit einer Einleitung von Dr. Johannes Minckwitz - um was für Zeichen geht es denn genau?"

Der Antiquar steht mit seinen gut 185cm Körpergröße und einer Statur, welche die Umschreibung "adipös" nur knapp verfehlt, wie ein leibhaftiger Bücherschrank vor David und rückt beim Sprechen mühsam seine Weste über dem Bauch zurecht. Schweiß perlt auf seiner Stirn, dabei ist es nicht einmal sonderlich warm. "Also ... ähem ... wenn man fragen darf?"
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Re: III. Freitag, 7.5.1921 - Suttner Straße, Berlin/Tempelhof

Beitrag von Dr. David Schmidt »

[79; keine Chance die Würfel sind mir einfach nicht hold]

Dr. David Schmidt ist diese Situation viel zu unangenehm als das er sich auf sein Gegenüber einlassen kann. Er empfindet fast so etwas wie Klaustrophobie als dieser grosse und breite Mann vor ihm steht.
David räuspert sich kurz,
"Nun...äh... also es geht um Pentagramme und zwar die, die nach oben zeigen". Seine Hände haben sich verselbständigt und mit dem erhobenen rechten Zeigefinger zeichnet er das Pentagramm in die Luft, "und um die Zeichen, die zusammen mit den Pentagrammen auftauchen."
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Re: III. Freitag, 7.5.1921 - Suttner Straße, Berlin/Tempelhof

Beitrag von Der Mentor »

"Pentagramme, mhm..." - wieder ein Nicken, begleitet von zwei vor einander fliehenden Mundwinkeln. Amusement? - "Was denn für Zeichen? Sie meinen ... moment..." Vanderstraß wendet sich um und marschiert schnurstracks auf eine Hintertür jenseits der Theke zu. David lässt er einfach ohne weitere Worte im Antiquariat zurück.

Es vergehen mindestens 5 Minuten, in denen der Psychiater sich die Beine in den Bauch steht. Von jenseits des Durchgangs, welcher zu einer Art Lager oder Büro zu führen scheint, hört er gelegentlich raschelnde oder polternde Geräusche, dann folgen wieder lange Momente der Stille.

Schließlich kehrt der Büchersammler mit zwei großformatigen Werken zurück, legt sie aufgeschlagen nebeneinander auf die Theke und dreht sie in Davids Richtung. Den zuvor begonnenen Dialog setzt er fort, als wäre zwischenzeitlich nicht mehr als ein einzelner Atemzug verstrichen:
"... so etwas?" Sein wulstiger, an den Gelenken wie eingeschnürt wirkender Finger deutet auf okkulte Symbole, Pentagramme und auch andere Zeichen. [Probe: Okkultismus]

Fußnoten verraten die Titel der Werke: The Lesser Key of Solomon, Book I: Ars Goetia (S.39/40) und The Lesser Key of Solomon, Book II: Ars Theurgia Goetia. Bei Zweiterem blättert er einige Seiten durch und David sieht, dass das Werk mehrere Dutzend okkulte Symbole, sogenannte Zaubersiegel, beinhaltet und in Englischer Sprache erklärt.

Das Zeichen im Zentrum von Spahns Pentagramm ist auf den ersten Blick nicht darunter.
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Re: III. Freitag, 7.5.1921 - Suttner Straße, Berlin/Tempelhof

Beitrag von Dr. David Schmidt »

[gewürfelt 29, d.h. 14 darüber]

Dr. David Schmidt schaut sich die Zeichen aufmerksam an, manchmal gibt es eines der Siegel, dass sehr entfernt an das Innere des Pentagramms erinnert, aber das ist wohl Wunschdenken.

"Hmm, diese Zeichen sind in dem Inneren von Pentagrammen?", fragt David, der eigentlich sehr wenig damit anfangen kann und da er des Englischen nicht wirklich mächtig ist kann er auch mit den Beschreibungen wenig anfangen.

Er sieht dann wieder auf die Zeichen und fasst sich schliesslich ein Herz. Er zieht sein Notizbüchlein hervor und zeichnet nochmals das Pentagramm mit den inneren Zeichen, die er in Spahns Zimmer gesehen hat. Natürlich ist das Zeichen schon einge Seiten früher zu finden, aber seine persönlichen Anmerkungen dazu will er nun wirklich nicht mit dem Antiquar teilen, ausserdem würde er so die ärztliche Schweigepflicht verletzen. "Das Zeichen und dessen Bedeutung, das mich interessiert sieht in Etwa so aus."
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Re: III. Freitag, 7.5.1921 - Suttner Straße, Berlin/Tempelhof

Beitrag von Der Mentor »

"Mhm", mutmaßt Vanderstraß. "Ich denke schon. Oder an den Spitzen angeordnet. Kommt wohl drauf an, vor wem oder was das Pentagramm schützen soll." Sein Finger deutet auf eine entsprechende Darstellung. "Allerdings ist das höhere Magie und nicht so ganz mein Fachgebiet."

Der Antiquar schmunzelt über seinen letzten Satz, doch weicht dieser Ausduck sogleich wieder konzentriertem Beobachten, als David seine Skizze anfertigt. Stirnrunzelnd betrachtet er das Zeichen für einen Moment.
[schwere Probe: Psychologie] "Ne, nie gesehen, tut mir Leid. Ist aber wie gesagt auch nicht so ganz mein Fachbereich. Woher stammt denn dieses Symbol - aus einem anderen Buch?"
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Re: III. Freitag, 7.5.1921 - Suttner Straße, Berlin/Tempelhof

Beitrag von Dr. David Schmidt »

[Psychologie schwer, 14 drunter (endlich!)]

Der Psychiater hat bei den letzten Sätzen des Antiquars, diesen genau gemustert. Er beschliesst die letzte Frage einfach einmal für den Augenblick zu überhören und fragt, "Was ist denn ihr Fachgebiet, wenn ich fragen darf, ausser alte Bücher natürlich!"

Er klappt für den Moment das Notizbüchlein wieder zu.
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Re: III. Freitag, 7.5.1921 - Suttner Straße, Berlin/Tempelhof

Beitrag von Der Mentor »

"Nunja, schon Bücher natürlich", schnauft Vanderstraß. "Aber eben nicht dieses Okkultismusthema. Mein Steckenpferd ist eher Geschichte - insbesondere die Napoleonischen Kriege finde ich überaus spannend!"
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Re: III. Freitag, 7.5.1921 - Suttner Straße, Berlin/Tempelhof

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"Grosses Feld, die napoleonischen Kriege!", sagt David trocken. "Kennen sie jemanden, dessen Fachgebiet vielleicht mehr im Okkulten liegt?" Er steckt sein Notizbuch ziemlich offensichtlich weg, so als wäre das Gespräch für ihn eigentlich schon erledigt.
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