I. Donnerstag, 26.1.1922 - Morgenstund hat Gold im Mund

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Piotr Cebulski
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I. Donnerstag, 26.1.1922 - Morgenstund hat Gold im Mund

Beitrag von Piotr Cebulski » Sonntag 7. September 2014, 19:44

Piotr wird an diesem Donnerstag Morgen - wie jeden Morgen - vom Wecker seines Cousins aus dem Schlaf gerissen. Mit diesem Ding kann man Tote wecken und der Journalist hat das Gefühl, eben erst eingeschlafen zu sein.

Wenn der Wecker klingelt, bedeutete das, dass es 6:30 ist und Szymon von nun an für die nächste halbe Stunde hektisch durch Bad und Wohnung marschieren wird. Zum Finale wird er - mit nur einem Arm im Mantelärmel, der Kaffeetasse in der anderen Hand, halb rennend, halb stolpernd und vor allem lautstark fluchend - die Selbige verlassen. Das Schlagen der Tür wird verkünden, ab wann sich Piotr gefahrlos in der kleinen Mietwohnung bewegen kann.

Nach dem Frühstück tätigt der verschlafene Pole einige Anrufe in der Telefonzelle unten vor dem Haus und erreicht auch Gustaver zeitig in dessen Wohnung. Ohne ins Detail zu gehen, schildert er, was vorgefallen ist und wobei man seine Hilfe bräuchte. Anschließend meldet er sich in der Redaktion 'indisponiert' (nachdem er das Wort zur Sicherheit im Deutsch-Polnischen Wörterbuch nachgeschlagen hat) und berichtet vor einem Freizeitunfall. Ein Anruf bei einem Bekannten im Einwohnermeldeamt erbringt zudem die gesuchte Kanzlei- und auch Privatanschrift des Rechtsanwalts Lechner. Beides wird fein säuberlich in einem kleinen Büchlein notiert.

Gestriegelt und voller Tatendrang bricht Piotr um 7:45 Uhr auf, um mit dem Fahrrad zu von Feldess zu radeln, wo er gegen 8:15 Uhr auch ankommt. Ein wenig komisch fühlt er sich ja schon, so wie ihn die Leute anschauen mit seinem großen Nasenverband und den Hämatomen mitten im Gesicht ...
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Julius Johnsson
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Re: I. Donnerstag, 26.1.1922 - Morgenstund hat Gold im Mund

Beitrag von Julius Johnsson » Mittwoch 17. September 2014, 20:35

Als Julius um kurz vor acht aus dem Schlaf gerissen wird, sind seine ersten Gedanken die an einen bösen Traum. Doch mit jeder Sekunde zeichnet sich die Realität des Ganzen deutlicher in seinen Gehirnwindungen ab und er quält sich aus dem Bett. Nach einer kurzen Morgenwäsche ruft er sogleich Piotr an, während herrlicher Kaffeeduft durch die Wohnung zieht.

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Re: I. Donnerstag, 26.1.1922 - Morgenstund hat Gold im Mund

Beitrag von Dr. David Schmidt » Donnerstag 18. September 2014, 21:12

Viel zu früh reisst der Wecker David aus den unruhigen Träumen, die einen erholsamen Schlaf unmöglich gemacht haben. Seufzend und gähnend steht er auf und öffnet zunächst einmal die Vorhänge. Das hereinflutende Sonnenlicht ist dann auch besser, um die Unruhe und das Grauen der letzten Nacht zu lösen, als es der Schnaps war.

Noch bevor er sich anzieht und das Frühstück vorbereitet ruft er in der Klinik an und meldet sich krank. Es ist ihm total unangenehm, ist es doch seinem Wesen absolut fremd, so zu handeln, aber so sagt er sich, es sind ja Menschenleben in Gefahr.
Danach zieht er sich an und bevor er noch mit Francesca frühstückt greift er abermals zum Telefon....
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Re: I. Donnerstag, 26.1.1922 - Morgenstund hat Gold im Mund

Beitrag von Isaak Silbermann » Sonntag 28. September 2014, 13:14

Isaak wird an diesem Morgen ausnahmsweise nicht vom Wecker aus dem Schlaf gerissen, denn er liegt schon seit geraumer Zeit wach im Bett neben seiner Frau. Während sie sich scheinbar von ihrer Arbeit in der Nacht erholt, suchen den Friseurmeister immer wieder die Erlebnisse und die empfundene Ohnmacht des letzten Tages heim.
Zu gegebener Zeit zwingt sich Isaak dann aus dem Bett im Bemühen, möglichst geräuschlos das gemeinsame Schlafzimmer zu verlassen. Mit kleinen, noch fast geschlossenen Augen öffnet er die Fensterläden zur Straße, die sich knarrend an die Hauswand schmiegen und das Licht des neu angebrochenen Tages preisgeben. Das geschäftige Treiben unten auf dem Pflaster erinnert ihn daran, dass heute kein normaler Arbeitstag für ihn sein würde. Stattdessen steht es ihm noch bevor, im Geschäft anzurufen und sich für den heutigen Tag krank zu melden. Während der Kaffee durch die Filtermaschine gepresst wird, sorgt der Friseur im Badezimmer für ein angemessenes Äußeres: Körperpflege samt Nassrasur sollen die sichtbaren Strapazen übertünchen, so gut es eben geht.

Das Gespräch mit seinem Vorgesetzten verläuft ohne nennenswerte Probleme. Er zeigt sich sogar außerordentlich besorgt und wünscht seinem Angestellten beste Genesung - man komme im Geschäft derweil auch so zurecht.

Erleichtert bricht er schließlich - achtsam und leise - auf, um Piotr zu kontaktieren. Eine Telefonzelle schien ihm hierfür der geeignetere Ort, er will ungestört mit ihm sprechen. Schon das erste Telefonat erschien ihm heikel, hatte er doch das Gefühl, er müsse deutlich lauter in den Hörer sprechen. Rachel hatte in den Morgenstunden zumeist einen leichten Schlaf, mit viel Glück ist sie am heutigen Morgen nicht aufgewacht.

In der muffig-stickigen Kabine wählt Isaak fast pünktlich um 8.32 Uhr Piotrs Nummer ...

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Re: I. Donnerstag, 26.1.1922 - Morgenstund hat Gold im Mund

Beitrag von Gustaver von Feldess » Sonntag 28. September 2014, 14:22

Euch alle empfängt ein gewohnt grimmiger Gustaver am Telefon. "Von Feldess - private Ermittlungen, was kann ich für Sie tun?", lautet die stereotype Begrüßung und mündet stets - je nach Gegenüber mal mehr, mal weniger schnell - in ein Weiterreichen des Hörers an Piotr.
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Piotr Cebulski
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Re: I. Donnerstag, 26.1.1922 - Morgenstund hat Gold im Mund

Beitrag von Piotr Cebulski » Sonntag 28. September 2014, 14:31

"Einen guten Morgen ich wünsche", geht es dann schon ungleich freundlicher weiter, auch wenn man dem näselnden Polen am anderen Ende der Leitung deutlich anhört, dass er noch immer schlecht Luft bekommt. Euch allen überbringt er folgende Informationen: "Ich habe Herrn Lechner ausfindig gemacht, was ein Kinds-Spiel war, da er besitzt einen Telefonapparat und somit ist eingetragen im Telefonbuch. Ich auch habe bereits in seiner Kanzlei angerufen, doch der Herr scheint heute zuhause zu arbeiten, was unser Erscheinen begünstigt! Ich also würde vorschlagen, dass wir uns treffen direkt vor Ort und dass Herr Johnsson Sie drei mit seinem Wagen einsammelt? Bis nach Grunewald hinaus es ist doch ein gutes Stück mit dem Fahrrad und Gustaver kann mich mitnehmen in seinem Automobil ..." - "Rostlaube meinste wohl!", tönt es im Hintergrund. "... nun wie auch immer. Wir uns dann sehen in einer Stunde vor dem Haus des Herrn Lechner?"
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Re: I. Donnerstag, 26.1.1922 - Morgenstund hat Gold im Mund

Beitrag von Der Mentor » Sonntag 28. September 2014, 14:34

Piotr nennt auf Nachfrage hin natürlich auch die Wohnanschrift des Anwalts:

Karl Ludwig Lechner
Schwedlerstraße 8
Berlin-Grunewald


Bild
Schwedlerstraße 8, Berlin-Grunewald - eine noble Wohngegend
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Re: I. Donnerstag, 26.1.1922 - Morgenstund hat Gold im Mund

Beitrag von Dr. David Schmidt » Freitag 3. Oktober 2014, 11:17

David möchte die Zeit nutzen bis Julius sie abholen kommt und dreht sein Radio auf. Vielleicht wird ja etwas von gestern berichtet. Schon allein die An- oder eben Abwesenheit dieses Ereignisses war interessant und falls es gebracht wurde, was wurde gesagt? Für die Zeitung schien es ihm nicht möglich zeitgerecht darüber zu berichten, da wäre wahrscheinlich am ehesten etwas in der Spätausgabe zu finden.
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Re: I. Donnerstag, 26.1.1922 - Morgenstund hat Gold im Mund

Beitrag von Der Mentor » Freitag 3. Oktober 2014, 16:27

Isaak ist der Erste, den Julius auf seiner Runde einsammelt. Zu seinem Erstaunen findet er den ehemaligen Friseurmeister jedoch nicht vor seinem Haus wartend, sondern geheimnistuerisch winkend hinter der nächsten Straßenecke vor. Silbermann berichtet sofort nach seinem überaus zügigen Einsteigen, dass er nicht wolle, dass seine Frau Rachel etwas von seinem heutigen Ausflug mitbekommt.

David hat es sich derweil mit Francesca vor dem Radio gemütlich gemacht und tatsächlich berichtet der Mann in den Neun-Uhr-Nachrichten, fünf Minuten, bevor Julius draußen vorfährt, von den Vorfällen des vergangenen Abends. Auch in dessen Fahrzeug ist übrigens - wie es der Zufall will - der Prototyp eines Autorradios eingeschaltet, das Julius unlängst von einem Freund aus Amerika geschenkt bekommen hat:


"Haben Sie letzte Nacht auch die Sirenen gehört, liebe Mitbürger aus Treptow und Köpenick? [...] Ein ganzes Heer von Rettungswagen und Feuerwehr wurde gegen Mitternacht zu einer Unfallstelle nahe dem alten Spreewald Tierparks entsandt, wo ein Sportwagen aus bislang ungeklärten Umständen von der Straße abgekommen und gegen einen Baum geprallt war. Anwohner hatten die Rauchsäule am Nachthimmel gesehen und den Notruf gewählt. [...] Der Fahrer des völlig ausgebrannten Wagens starb im Moment des Aufpralls, der Beifahrer wurde aus dem Automobil heraus geschleudert und überlebte schwer verletzt. Er wurde umgehend in die Charité eingeliefert. [...] Wenn der Beifahrer wieder zu Bewusstsein kommt, erhofft sich die Polizei, von ihm Näheres über den Hergang des Unfalls zu erfahren. [...]"


Das Horn des vorfahrenden Wagens vor dem Tore übertönt den redseligen Nachrichtensprecher kurz in seinem Bericht. "Hör nur David, der Hauptmann hat überlebt!", frohlockt Francesca erleichtert und erhebt sich dabei. "Oh Gott sei Dank!" Dann begibt sie sich nach draußen, um Julius und Isaak nicht warten zu lassen.
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Re: I. Donnerstag, 26.1.1922 - Morgenstund hat Gold im Mund

Beitrag von Julius Johnsson » Samstag 4. Oktober 2014, 21:19

Nach mehreren Tassen starken Kaffees kann Julius wieder einigermaßen klar denken. Heute wollte er nicht mehr so unvorbereitet ins Verderben stürzen und so überlegt er gut, was man so brauchen könnte bei diesem Detektivspiel. Seine einzigen Anhaltspunkte finden sich in seinem Gedächtnis unter Gangsterfilmen und Kriminalromanen. Klar, er würde eine Waffe mitnehmen, seine Schrotflinte war genau das Richtige! Außerdem seinen Fotoapparat. Und aus dem Studio könnte er sich eine Verkleidung ausleihen, das hatte er schon in einigen Filmen gesehen! Den ganzen Kram würde er im Kofferraum verstauen, wozu hatte er den schließlich.

Gesagt, getan. Im Studio wurde er eher pro forma gefragt, ob er wieder für einen neuen Film unterwegs sein. Nach seiner bejahenden Antwort beschlich Julius irgendwie das Gefühl, dass das noch nicht einmal eine Lüge war.

Während der Autofahrt hält Julius immer wieder Ausschau nach etwaigen Bettlern und Veteranen, die sich auffällig verhalten. Ganz wohl ist ihm dabei nicht, aber im Automobil fühlte er sich doch einigermaßen sicher, auch wenn gegen Bomben auch diese Hülle aus Stahl das Nachsehen hatte. Als er Isaak schließlich an einer Straßenecke erblickt bekommt Julius zunächst einen Schreck, bremst und hält Ausschau nach Gefahren, die vor Isaaks Haus lauern könnten. Doch als Isaak ihm weiter zuwinkt fährt er doch herüber, braust aber schnell davon sobald Isaak eingestiegen ist. So ganz traute er der Sache doch nicht.
Als er dann den Grund für Isaaks Geheimnistuerei erfährt muss er schmunzeln und meint
: „Und ich dachte schon sie würden beobachtet!“; „Hat sie wohl ganz schön im Griff, was?“ fügt er kurz danach augenzwinkernd an.

Als die Nachrichten im Radio beginnen dreht Julius lauter. Erleichtert atmet er danach auf: “Zum Glück hat er überlebt! Ihn werden wir wohl jetzt auch besuchen müssen. Und die Gangster werden das sicher auch vorhaben“ beendet er schon wieder etwas pessimistischer gestimmt den Satz.

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Re: I. Donnerstag, 26.1.1922 - Morgenstund hat Gold im Mund

Beitrag von Isaak Silbermann » Donnerstag 9. Oktober 2014, 13:46

Erleichtert lässt sich Isaak auf dem gepolsterten Sitz nieder und schließt achtsam, aber zügig die Tür des Wagens. Ein kurzer, prüfender Blick geht durch das Fenster in Richtung des Wohnhauses, das Isaak gerade verlassen hat, ehe Julius Johnsson auch schon wieder Gas gibt und so schnell es eben geht davonbraust.
Julius' Kommmentar begegnet der Friseur mit einem verkniffenen Lächeln. An seinen Worten ist mit Sicherheit mehr Wahres dran, als sich Isaak Zeit seines Lebens zugestanden hatte. Aber das hier ist nicht der Moment, in dem solche persönlichen Verhaltensweisen betrachtet und geklärt werden mussten.
Sie treffen sich schließlich, um anderen Fragen nachzugehen; der laufende Radiobericht ruft das Geschehen und die damit verbundenen Probleme umgehend in sein Gedächtnis.
"Er hat wirklich ausreichend Glück gehabt ... ", ergänzt Isaak die erleichterten Worte des neuen Bekannten, " ... ich habe nicht damit gerechnet, dass das bei einer solchen Explosion überhaupt möglich ist."

Als nach wenigen Minuten schließlich auch Francesca und David zusteigen, sind die aktuellen Nachrichten bereits der musikalischen Unterhaltung für die Radiohörer gewichen.

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Re: I. Donnerstag, 26.1.1922 - Morgenstund hat Gold im Mund

Beitrag von Dr. David Schmidt » Sonntag 12. Oktober 2014, 12:18

David ist natürlich sehr erleichtert, dass zumindestens einer die Explosion überlebt hat. "Vielleicht können wir ihn ja die nächsten Tage besuchen, wenn es ihm besser geht- hoffentlich ist er im Spital überhaupt sicher!", meint er dann.
Dann würde auch er das Haus verlassen, aber kurz geht er nochmal in das Innere- diesmal würde er seine Arzttasche mitnehmen, vielleicht würde man sie ja doch noch brauchen; Zumindestens waren genug unterschiedliche Beruhigungsmittel dabei.

Dann läuft auch er zum Auto und steigt ein. Erst nach dem Guten-Morgen Gruß fällt ihm die Musik auf. Irritiert schaut er sich um und entdeckt dann die Quelle. Als dann die Stimme des Radiosprechers die nächste Nummer ankündigt, wird ihm klar, dass es sich um ein Radio handelt. So fragt er,
"Haben sie die Nachrichten ebenfalls gehört?"
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Re: I. Donnerstag, 26.1.1922 - Morgenstund hat Gold im Mund

Beitrag von Julius Johnsson » Dienstag 14. Oktober 2014, 17:47

Nachdem Julius die Hupe betätigt hat wartet er geduldig auf ein Lebenszeichen, der Motor des Wagens knattert vor sich hin, Sonnenstrahlen reflektieren vom polierten Metall.
Kurz darauf öffnet sich die Tür und Dr. Schmidt und Frau Satorielli erscheinen, Julius begrüßt die beiden freundlich mit "Guten Morgen!" und wartet bis sie eingestiegen sind.

Bevor er losfährt antwortet er Dr. Schmidt auf dessen Frage:

"Ja, wir haben es eben auch gehört. Und ich denke es steht außer Frage dass wir ihm einen Besuch abstatten müssen! Vielleicht sollten wir ihn direkt, noch vor dem Anwalt aufsuchen, da er in größerer Gefahr schwebt?!"
Zuletzt geändert von Julius Johnsson am Mittwoch 15. Oktober 2014, 16:54, insgesamt 1-mal geändert.

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Re: I. Donnerstag, 26.1.1922 - Morgenstund hat Gold im Mund

Beitrag von Der Mentor » Dienstag 14. Oktober 2014, 18:06

Francesca erwidert den Gruß freundlich und nimmt auf der Rückbank neben Isaak Platz, sodass für David der Beifahrersitz verbleibt. Auf Julius geäußerte Gedanken hin wiegt sie den Kopf unschlüssig hin und her. "Sollen wir Piotr und Gustaver denn wirklich einfach ohne eine Nachricht warten lassen?", gibt sie zu bedenken. "Und was wollen Sie überhaupt im Krankenhaus tun - der Mann im Radio klang, als wäre Hauptmann von Seefeld noch überhaupt nicht wieder erwacht - wollen Sie die ganze Zeit Wache halten?"

Im Übrigen präsentiert sich der Morgen außerhalb der Fahrgastzelle grau und erneut unerfreulich kühl, als der Wagen anrollt.
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Re: I. Donnerstag, 26.1.1922 - Morgenstund hat Gold im Mund

Beitrag von Isaak Silbermann » Dienstag 21. Oktober 2014, 19:54

Musik hat auf viele Menschen unbeschreibliche Auswirkungen.
Isaak scheint sie an diesem Morgen zu beflügeln, was angesichts der Ereignisse und Erlebnisse der letzten Stunden durchaus verwundern kann. Lächelnd begrüßt er zunächst Francesca und hilft ihr, wie es sich für einen anständigen Mann gehört, sich auf dem Platz neben ihm niederzulassen - dann nickt er auch David freundlich zu. Was kann man froh sein, dass man hier so zusammen sitzt. Weiß Gott, das hätte ganz anders ausgehen können. Die gute Nachricht vom Überleben des Hauptmannes spendet Isaak ein wenig Hoffnung, oder bedeutet zumindest ein wenig Trost angesichts der schrecklichen nächtlichen Explosion.
"Das sind wirklich gute Neuigkeiten", antwortet er dahingehend auf Davids Frage.

Julius' Bemerkung, der Hauptmann sei möglicherweise auch im Krankenhaus nicht außer Lebensgefahr, stimmt Isaak für einen kurzen Moment nachdenklich. Natürlich hatte er Recht: sollte sich jemand tatsächlich des Hauptmanns entledigen wollen, so stellt sowohl das örtliche Krankenhaus als auch ein bewusstloser von Seefeld kein Hindernis dar - im Gegenteil.
Isaak hält es jedoch für richtig, Francescas Worten zuzustimmen: "Tatsächlich können wir nicht dauerhaft an seinem Bett wachen und die Verantwortung für einen möglichen Angriff übernehmen. Ich denke auch, dass wir zuerst einmal mit dem Anwalt sprechen sollten - wer weiß, welchen Plan Piotr und Gustaver schon geschmiedet haben?"
Natürlich behagt Isaak die Vorstellung nicht, sich selbst in die "Schussbahn" möglicher Angreifer zu manövrieren - und nichts ist leichter als das, die vorherige Nacht war der beste Beweis dafür! Ehe noch jemand auf die Idee kommt, die Kleingruppe erneut aufzuteilen - wie es in der Vergangenheit nicht selten der Fall war - beschließt Isaak, seiner Sorge zu folgen und ermuntert dabei Julius, den Wagen ein wenig schneller durch das morgendliche Berlin zu steuern.

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