II. Ein Haus im Grünen

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Piotr Cebulski
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Re: II. Ein Haus im Grünen

Beitrag von Piotr Cebulski » Dienstag 6. Januar 2015, 12:54

Dr.Schmidts Erklärungen zu den Briefen scheinen Piotr zu verwirren, doch entgegnet er nichts. Vermutlich hat er einen vormaligen Gedankenaustausch nicht mitbekommen.

Auf seine zweite Frage hin sieht Cebulski kurz hilfesuchend zu von Feldess, bevor er nach Worten sucht:
"Das ist ... verrückt! Sie müssen es sehen selber!"

Erneut zieht es seine Füße in Richtung Treppenaufgang, doch wartet er weiterhin zögerlich ab, wie seine Begleiter reagieren.
"Wo Gewalt regiert, gibt es nur zwei Parteien. Die eine schreit öffentlich ja, die andere knirscht ingrimmig nein. Wo Freiheit waltet, gibt es tausend Meinungen."

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Julius Johnsson
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Re: II. Ein Haus im Grünen

Beitrag von Julius Johnsson » Freitag 9. Januar 2015, 20:19

"In Ordnung Piotr, dann lassen sie uns mal sehen!"
meint nun Julius, der sich endlich von den Briefen losreissen kann.

"Ich bin ja schon ganz neugierig geworden" fügt er lächelnd an und tatsächlich kommt in ihm so etwas wie kindliche Freude bei einer Schnitzeljagd auf.
Jedenfalls so lange er die Gedanken an die drohende Gefahr erfolgreich verdrängen kann.

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Isaak Silbermann
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Re: II. Ein Haus im Grünen

Beitrag von Isaak Silbermann » Freitag 9. Januar 2015, 20:32

Isaak zieht eine Augenbraue nach oben: "Verrückt ... soso. Nun ...". Er unterbricht sich selbst und wendet seine Aufmerksamkeit dann Frau Unger zu. "Gute Frau, Sie sagten, Idas Verhalten war nach Erhalt des Briefes an Weihnachten sonderbar. Darf ich fragen, was Ihnen da aufgefallen ist? Sie war in Sorge, so schien es Ihnen, welche Anhaltspunkte gab es denn für diesen Eindruck?"

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Der Mentor
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Re: II. Ein Haus im Grünen

Beitrag von Der Mentor » Freitag 9. Januar 2015, 21:29

Während Piotr, angespornt von Julius Worten, wieder langsam die Treppe hinauf schreitet, spricht Isaak mit der Haushälterin.

"Ach naja, ich erinnere mich zum Beispiel noch an das Abendessen, direkt nachdem sie den Brief bekommen hatte", erzählt sie. "Keinen Bissen hat das Kind angerührt. Und wie sie aussah - blass, als habe sie einen Geist gesehen! Auch ihr Vater hat es schnell bemerkt. Als ich gerade den Nachtisch servierte, hörte ich, wie er sie fragte, was sie so bedrücke. Sie starrte nur auf ihren Teller und sagte, dass nichts sei und er sich keine Sorgen machen sollte."

Piotr ist auf der fünften Stufe stehen gebieben und lauscht von dort. Gustaver wartet am Fuß der Treppe.

"Das Gleiche sagt sie auch später zu mir", fährt Frau Unger nach einem raschen Atemzug fort. "Ich habe natürlich auch nachgefragt, was los sei ... weil sie die ganze Zeit so verängstigt und besorgt drein schaute! Bis ins neue Jahr ging das so. Sie schlief andauernd und kam nur zu den Mahlzeiten aus ihrem Zimmer, um dann ihren Teller anzustarren und hin und wieder lieblos darin herum zu stochern. Das gute Essen! Satt kann davon keiner werden. Naja. Ihr Vater hat wohl noch mehrfach versucht, mit ihr zu reden, aber bei den beiden wurde schon immer gemacht, was sie wollte, nicht was er sagte. Nach Silvester wurde es dann aber besser und die Wochen bevor sie verschwand, war sie sich eigentlich wieder wie immer. Ein wenig ruhiger als sonst vielleicht, mhm ..."

Die Haushälterin scheint nachzudenken, ob sie noch etwas zu ergänzen hat, kommt aber offenbar zu einem negativen Ergebnis.
"Wer mit Ungeheuern kämpft, mag zusehn, dass er nicht dabei zum Ungeheuer wird. Und wenn du lange in einen Abgrund blickst, blickt der Abgrund auch in dich hinein." - F. Nietzsche, Aph. 146

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Dr. David Schmidt
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Re: II. Ein Haus im Grünen

Beitrag von Dr. David Schmidt » Sonntag 11. Januar 2015, 11:43

David, der Piotr gefolgt war, neugierig was sie nun in Idas Zimmer erwarten würde, dreht sich dann nocheinmal herum. "Gab es schon früher einmal Ereignisse nach denen Frl. Ida ständig geschlafen hat?" Sein Geist konnte es nicht lassen, ständig seine Umgebung zu diagnostizieren und fast schien es, als hätte die Verschwundene an Narkolepsie gelitten.
"When in doubt, reach for the stars. That way you'll never come up short."

"Wurde bei einem Freud Kongress weggeschickt, weil ich zu Jung bin." (unbekannt)

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Der Mentor
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Re: II. Ein Haus im Grünen

Beitrag von Der Mentor » Sonntag 11. Januar 2015, 12:35

Frau Unger besieht den Psychiater, überlegt kurz und entgegnet dann: "Also, hm ... nein, daran könnte ich mich bestimmt erinnern."

Einige Sekunden verstreichen, in denen niemand etwas sagt. Viele Fragen stehen im Raum, doch scheinen sich hier und jetzt keine Antworten finden zu lassen. So kommt die Herrenrunde zu der Übereinkunft, dem ungeduldigen Piotr nach oben zu folgen.

Der gute Geist des Hauses Lechner bleibt im Erdgeschoss zurück, während die Besucher nun das Zimmer der Verschwundenen näher in Augenschein nehmen.


[Es geht weiter im nächsten Kapitel]
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