II. Ein Haus im Grünen

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Dr. David Schmidt
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Re: II. Ein Haus im Grünen

Beitrag von Dr. David Schmidt » Sonntag 30. November 2014, 11:58

Die kleinen Pupillen bereiten Dr. Schmidt einiges an Sorgen. Es gab dafür natürlich eine Menge an Möglichkeiten, aber eine davon war eben die übermässige Einnahme von Medikamenten und Drogen.

"Ich kann es versuchen, aber ich bin nicht sicher, ob ich wirklich zu ihm durchdringe!"
, meint er dann zu Julius und zieht dabei schon seine Taschenuhr aus der Westentasche seines Anzugs. Dann hält er die Uhr, zunächst ruhig über Herrn Lechners Gesicht. "Konzentrieren sie sich auf die Uhr", meint er dann ruhig und versetzt die Uhr in Pendelbewegung, "...und auf meine Stimme!". Aufmerksam beobachtet der Arzt, ob Lechners Augen der Uhr folgen werden...

[Probe: Psychoanalyse -> 31 drunter]
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Der Mentor
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Re: II. Ein Haus im Grünen

Beitrag von Der Mentor » Sonntag 30. November 2014, 14:12

David zieht einen Stuhl herbei, um es etwas bequemer zu haben und nimmt darauf Platz. Wie in den Schriften von Mesmer, Vogt und Schulzt beschrieben, versucht er den Fokus seines Probanden zunächst auf die Taschenuhr in seiner Hand zu lenken.

Tatsächlich folgen Lechners Pupillen für einige Augenblicke in trägem Tempo, dabei blinzelt er mehrmals müde. Sowieso hat man immer wieder den Eindruck, als könne der Jurist jeden Augenblick wegdösen. Dr. Schmidt beobachtet nach etwa zehn Sekunden ein kurzes Weiten der Iris, dann scheint es ihm, als verlöre Lechners Geist den Halt - ähnlich wie man es bei Alzheimerpatienten beobachten kann. Mit fragenden Augen sieht er den Psychiater an und erneut kullern Tränen, als er - brüchig und unbefangen, so als habe er diese Frage noch nie zuvor gestellt - fragt:
"Bringt ihr mir .. meine Ida zurück?"

Die Uhr scheint er für den Augenblick wieder vergessen zu haben und ergeht sich stattdessen in einem bedrückenden Schluchzen.
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Re: II. Ein Haus im Grünen

Beitrag von Dr. David Schmidt » Sonntag 30. November 2014, 16:42

"Das wollen wir versuchen, aber wir brauchen ihre Hilfe...", sagt David ruhig, aber eindringlich und versucht zumindestens die Augen von Lechner mit seinem Blick einzufangen. "Sie müssen sich konzentrieren und mir zuhören. Können sie das?" Dabei ist er wieder aufgestanden, das gibt ihm mehr Kraft und Bewegungsfreiheit. Mit beiden Händen fixiert er vorsichtig den Kopf seines neuesten Patienten, um diesen so zu zwingen ihn anzusehen. Er arbeitet schon lange genug in diesem Beruf, um durch die Tränen nicht mehr abgelenkt zu werden.
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Re: II. Ein Haus im Grünen

Beitrag von Der Mentor » Sonntag 30. November 2014, 19:57

Lechner nickt leicht und kurz meint Dr. Schmidt, dass er ihn verstanden hätte, jedoch wechselt der Anwalt unvermittelt wieder das Thema und fragt wispernd, ob der Hauptmann euch gesandt hat. Spätestens an diesem Punkt muss euch klar werden, dass jegliches Bemühen hier nicht von Erfolg gekrönt sein wird. Eher drängt sich euch die Frage auf, ob der Jurist vielleicht in der Zobel-Klinik oder einer ähnlichen Institution besser aufgehoben wäre?

Während ihr noch nachgrübelt, wie nun weiter verfahren werden sollte, klingelt es einige Flure entfernt an der Haustür.
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Re: II. Ein Haus im Grünen

Beitrag von Julius Johnsson » Montag 1. Dezember 2014, 14:34

Julius realisiert enttäuscht dass sich Lechners Geist selbst den Hypnose-Versuchen Dr. Schmidts widersetzt. "Sieht aus als bekämen wir aus ihm nichts Sinnvolles mehr hinaus" kommentiert er das Geschehene, als der Laut der Haustürklingel an sein Ohr dringt.
"Wer das wohl sein mag?" fragt er neugierig in die Runde, als ihn der Gedanke an die Gangster sowie die beiden Männer auf der Bank wachrüttelt. Vielleicht hätte man diese doch im Auge behalten sollen.
"Wir sollten nachschauen gehen"
meint er zu den Anderen und macht sich auch schon auf den Weg Richtung Tür, vielleicht konnte er sogar erspähen wer da kam ohne selbst gesehen zu werden?

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Re: II. Ein Haus im Grünen

Beitrag von Dr. David Schmidt » Montag 1. Dezember 2014, 22:28

David braucht eine paar Augenblicke um selbst wieder im Hier und Jetzt anzukommen. Den Gedanken Herrn Lechner gleich in die Klinik mitzunehmen, verwirft er sofort, aber bedauernd- er hatte sich ja für heute krankgemeldet. Es wäre nicht klug gewesen mit einem neuen Patienten aufzutauchen. Da war auch schon wieder der Stich des schlechten Gewissens.
Doch all das muss ja nun einmal warten. Vorsichtig folgt er Julius.
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Re: II. Ein Haus im Grünen

Beitrag von Der Mentor » Montag 1. Dezember 2014, 22:54

Den apathischen Anwalt seinem Federkissen überlassend, schlägt das Herrentrio also wieder den Weg Richtung Hauseingang ein. Zu Julius Enttäuschung ist der Besucher offenbar schon wieder verschwunden. In jedem Fall stehen nur Gustaver und Frau Unger, die Haushälterin, im Flur nahe der Türe und unterhalten sich.

Der Gesichtsausdruck der Frau wirkt sichtlich irritiert. Grund dafür ist scheinbar einer der Briefumschläge, die sie in Händen hält.


"... wissen nichts davon, was Herr Lechner mit dieser Einrichtung zu schaffen hat?", vernehmt ihr den Privatschnüffler aus der Ferne.

"Nein, also wirklich nicht, DAVON wüsste ich bestimmt etwas?!", entgegnet der gute Hausgeist unsicher und schaut wieder stirnrunzelnd auf das Kuvert.
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Re: II. Ein Haus im Grünen

Beitrag von Julius Johnsson » Mittwoch 3. Dezember 2014, 18:08

Julius tritt zu den beiden heran und meint zur Haushälterin: "Herr Lechner scheint sehr verwirrt, wir konnten leider kein klares Gespräch mit ihm führen."
Mit einfühlsamer Stimme fährt er fort, während seine Augen sich Richtung Kuvert senken: "Was stimmt mit dem Brief nicht?"

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Re: II. Ein Haus im Grünen

Beitrag von Der Mentor » Donnerstag 4. Dezember 2014, 12:56

Frau Ungers Blick, mit welchem sie Julius besieht, sagt bloß "Ich weiß, ich mache mir ebenfalls Sorgen".
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Re: II. Ein Haus im Grünen

Beitrag von Gustaver von Feldess » Donnerstag 4. Dezember 2014, 12:59

"Der Postbote war gerade hier", beantwortet Gustaver die nächste Frage des Filmemachers. "Hat unter anderem einen Brief vorbei gebracht, welcher von Herrn Lechners Kanzlei hierher weitergeleitet wurde. Absender ist irgendein Pflegeheim."
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Re: II. Ein Haus im Grünen

Beitrag von Der Mentor » Donnerstag 4. Dezember 2014, 13:02

Die Haushälterin erklärt weiter: "Also wenn Herr Lechner einen Pflegefall in der Familie hätte, dann wüsste ich das ganz bestimmt!" Irgendwie scheint verletzter Stolz in ihren Worten mitzuschwingen und auch wenn euch auf Anhieb diverse Erklärungen einfallen würden, warum ein Pflegeheim einen Juristen kontaktiert - wobei schon auffällt, dass der Brief des "Pflegeheims St. Matthäus" an Herrn Lechner persönlich, nicht an die Kanzlei adressiert ist - so scheint Frau Unger doch überraschend argwöhnisch gegenüber dem Schriftstück eingestellt zu sein.
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Re: II. Ein Haus im Grünen

Beitrag von Julius Johnsson » Donnerstag 4. Dezember 2014, 16:20

"Ja natürlich" murmelt Julius und fragt dann: "Kennen sie denn dieses Pflegeheim St. Matthäus?"
Anschließend versucht Julius die Frau und ihre gesamte Körpersprache etwas genauer zu beobachten.

[Psychologie: 13 drunter]

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Re: II. Ein Haus im Grünen

Beitrag von Der Mentor » Donnerstag 4. Dezember 2014, 19:15

"Gehört habe ich davon schon einmal, denke ich", entgegnet die Dame zögerlich. Sie wirkt angespannt, soviel ist für Julius sicher. Worin jedoch genau die Ursache dafür liegt - ob in bloßer Sorge um ihren Arbeitgeber oder doch woanders - das vermag bislang niemand zu beurteilen.

"Aber nun gut meine Herren, das geht uns letzendlich ja auch alle nichts an." Sie atmet stoßartig ein, fasst das Bündel aus drei oder vier Briefen etwas fester und trägt es bestimmten Schrittes zu einer nahen Kommode, wo bereits andere Post lagert und auf den Hausherren wartet.
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Re: II. Ein Haus im Grünen

Beitrag von Dr. David Schmidt » Donnerstag 4. Dezember 2014, 23:20

"Einen Moment, bitte", meint dann David eindeutig an Frau Unger gewand, "es stimmt schon, dass uns diese Briefe nichts angehen, aber was ist, wenn Fräulein Ida nun in St. Matthäus aufgetaucht ist und diese nun den Vater kontaktieren wollen?" Er hat dieses möglichst ruhig und neutral gesprochen, den logischen Schluss aus seiner Aussage, dass sie den Brief öffnen sollten nicht direkt angesprochen. Er weiss, dass es den meisten Menschen leichter fällt, für sie unangenehme Dinge zu tun, wenn sie das Gefühl haben, bei der Entscheidung eine Rolle gespielt zu haben.
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Re: II. Ein Haus im Grünen

Beitrag von Der Mentor » Freitag 5. Dezember 2014, 19:03

"Ich weiß nicht", entgegnet Frau Unger zögerlich und hält in der Bewegung inne. "Glauben Sie wirklich, dass hier drin etwas Wichtiges stehen könnte?" Sie legt die restlichen Briefe zu denen auf der Kommode und wendet den verbleibenden in ihren Händen. Nachdenklich starrt sie darauf, als wünsche sie, durch das Papier blicken zu können.

Ihr könnt deutlich sehen, wie die Neugier in ihr brennt, obgleich der Anstand sie noch zurück hält.
"Herr Lechner kann die Briefe momentan wirklich nicht selber lesen, da haben Sie schon Recht ...", sagt sie dann an David gewandt. Ihr spürt, dass nur noch ein klitzekleiner Schubser in die richtige Richtung fehlt.
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