V. Berlin, Alexanderplatz

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Der Mentor
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Re: V. Berlin, Alexanderplatz

Beitrag von Der Mentor » Montag 29. Juni 2015, 09:21

Der Schuhputzer zeigt in eine Richtung, in der ihr unweit entfernt mehrere Stände und Handkarren ausmachen könnt. Tatsächlich werden dort Bratwürste, heiße Maronen und auch Wintergemüse wie Bumenkohl, Möhren und Schwarzwurzeln von regionalen Anbietern feilgeboten. Ein Mann, auf den die Beschreibung des dicken Sepp zutrifft, ist allerdings nirgends zu entdecken.
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Gustaver von Feldess
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Re: V. Berlin, Alexanderplatz

Beitrag von Gustaver von Feldess » Montag 29. Juni 2015, 09:23

"Gieriger Bengel. Aber die Treter sehen ordentlich aus!", meint Gustaver zu Julius, nachdem die beiden Herren sich einen Überblick über die Anbieter und ihre Waren verschafft haben. "Meinst du, der hat uns nur irjend nen Bären aufjebunden, um an ne schnelle Mark zu kommen? Und wat hältste von ner heißen Wurst - ick hab schon Kohldampf, wa?"

Tatsächlich, es ist Mittag, wie man infolge der raschen Verkettung von Ereignissen leicht vergessen könnte.
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Julius Johnsson
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Re: V. Berlin, Alexanderplatz

Beitrag von Julius Johnsson » Mittwoch 1. Juli 2015, 12:35

In Julius Augen lässt sich nur Zustimmung ablesen. "Gierig war er allerdings, aber dafür hatte er auch höchst interessante Informationen! Ich denke auch schon dass sie der Wahrheit entsprechen, sie passen zumindest zu dem was wir bereits wissen, denk nur zum Beispiel an die Veteranen" versucht Julius Gustaver zu überzeugen. Ein leichtes Magengrummeln erinnert ihn dann an seine weitere Zustimmung: "Eine Wurst könnte ich allerdings gut vertragen, aber dann lass uns sehen dass wir schnell von hier verschwinden!"
Schon voller Vorfreude auf die heisse Wurst fährt Julius fort: "Ich hatte eben überlegt ob wir bei Sepp eine Nachricht für diesen Robert hinterlegen sollen damit er sich mit uns in Verbindung setzt, aber ich wollte dem Kleinen nur ungern meinen Namen verraten. Vielleicht fragen wir einfach bei den Gemüsehändlern ob sie einen Robert der zur passenden Beschreibung passt kennen?"

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Re: V. Berlin, Alexanderplatz

Beitrag von Gustaver von Feldess » Mittwoch 1. Juli 2015, 19:56

Der Dialog entspinnt sich weiter, während parallel die Wurstbude angesteuert, eine Bestellung aufgegeben und auch serviert wird. Ein Blick in von Feldess Portemonaie lässt einen Blick auf einige Münzen und kaum Scheine zu. Entsprechend bezahlt er auch nur sein eigenes Essen.

"Können wir noch fix machen, also rumfragen. Und is wahrscheinlich wirklich nicht schlecht, wenn der kleene Janove unsere Namen nicht kennt." Kauend blickt er auf die nahe Uhr zuoberst einer Littfaßsäule, welche verrät, dass es in wenigen Minuten 13:00 Uhr ist. "Ick muss dann aber auch bald dringend ins Jeschäft. Willst du noch wat erledijen und nachkommen, oder soll ick dich mitnehmen? Ick hab nen kleines Hinterzimmer und wat zu Lesen ..."
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Re: V. Berlin, Alexanderplatz

Beitrag von Julius Johnsson » Donnerstag 2. Juli 2015, 21:11

"Lass mal stecken, ich lad Dich ein" meint Julius als sie endlich an der Reihe sind. Irgendwie war er heute in Spendierlaune, vielleicht weil ihm in den vergangenen Stunden die Vergänglichkeit des Seins so deutlich vor Augen geführt worden war.
"Ähem" räuspert sich Julius anschließend "wir sind mit meinem Auto hier, aber ich kann Dich gern absetzen!"

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Re: V. Berlin, Alexanderplatz

Beitrag von Gustaver von Feldess » Freitag 3. Juli 2015, 09:16

"Nee, dit mein ick nicht!", entgegnet er schließlich auf Julius Einwand. "War vielleicht blöd ausjedrückt - ick kann von hier aus och laufen, dit is nicht weit. Ick meinte, ob du vielleicht mitkommen willst?"

Für die Gratis-Wurst bedankt sich der klamme Privatermittler mit einem anerkennenden Nicken nebst Brummton. "Wollen wa nebenbei schon mal die Stände abklappern und nach dem "Järtner" fragen?"
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Re: V. Berlin, Alexanderplatz

Beitrag von Julius Johnsson » Sonntag 5. Juli 2015, 21:14

"Naja, wir sind ja eh bei Dir verabredet, lohnt wohl nicht noch mal wegzufahren bis die anderen kommen" meint Julius und stimmt anschließend Gustavers Vorschlag zu: "Ja, lass und mal hören ob der hier sein Gemüse los wird."

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Re: V. Berlin, Alexanderplatz

Beitrag von Der Mentor » Montag 6. Juli 2015, 14:59

So beginnen die beiden Herren ihre Befragung. Zunächst mit wenig Erfolg, denn eine feste Marktordnung scheint es nicht zu geben und diverse Kleinhändler frequentieren den Alexanderplatz in unregelmäßigen Abständen, wie ihr in Erfahrung bringen könnt. Der Maronenverkäufer hingegen, ein aufgeweckter Ostpreuße, weiß etwas zu eurer Beschreibung zu erzählen: "Diesen Mann ich habe hier schon einige Male gesehen. Er auch hin und wieder kam zu mir, um zu kaufen heiße Maroni. Wie er heißt ich leider nicht weiß. Sie auch wollen kaufen Maroni?"

Danach bleibt euch nur noch die Rückkehr zum Auto und die Fahrt in Gustavers unweit gelegene Detektei.

Dort erwartet Julius ein schlecht geputzter Flur, welcher in ein kleines Büro mit überfülltem Schreibtisch und Mülleimer mündet. Spärliche Beleuchtung scheint in solchen Geschäften zum guten Ton zu gehören. Eine zweite Tür zweigt in einen noch kleineren Raum ab, in dem sich mehrere Kartons rechts und links eines zerschlissenen Sofas bis beinahe unter die Decke stapeln. Ein kleiner Herd dient dazu, Kaffee zu kochen und Gustaver bietet seinem Gast zunächst einen Sitzplatz und dann ein viel zu starkes Heißgetränk mit Zucker an. Die Milch ist leider sauer, dafür gäbe es einen Schuss Cognac als Alternative.
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Re: V. Berlin, Alexanderplatz

Beitrag von Julius Johnsson » Montag 13. Juli 2015, 21:26

Julius nimmt das fast schon klischeehaft düster und schmutzig anmutende Enterieur der Detektei gelassen zur Kenntnis. "Dann bitte schwarz" antwortet er Gustaver auf dessen Angebot und macht es sich anschliessend so gut es geht auf dem Sofa gemütlich.

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Re: V. Berlin, Alexanderplatz

Beitrag von Der Mentor » Mittwoch 15. Juli 2015, 19:33

Es dauert weniger als 20 Minuten, bis es an der Tür der Detektei klopft. Gustaver meldet sich mit Verweis auf die angekündigte Kundschaft bei Julius ab und empfängt im Anschluss seinen Klienten - einen Herrn Joost, wie der Filmemacher unschwer mithören kann - mit einem gedämpften Gruß.

Danach ziehen sich die beiden Herren in von Feldess Büro zurück, um Geschäftliches zu bereden. Eine Tür klickt ins Schloß und es kehrt Ruhe im Rest der Mieträume ein.

In dem unaufgeräumten Aufenthaltsraum ist Julius ungestört und es liegt an ihm, eine der herumliegenden Zeitungen oder Zeitschriften durchzublättern, ein Nickerchen zu machen oder sich sonstwie die Zeit zu vertreiben. Nicht zuletzt wäre da ja auch noch der Brief in Julius Tasche, den er dem dicken Sepp abgekauft hat.

Wie lange wohl die anderen im Pflegenheim brauchen und was sie in Erfahrung bringen konnten?


[Es geht weiter im nächsten Kaptel]
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