VI. Pflegeheim St. Matthäus

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Der Mentor
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VI. Pflegeheim St. Matthäus

Beitrag von Der Mentor » Freitag 5. Juni 2015, 18:36

Das Pflegeheim ist laut Briefkopf des gelesenen Schreibens in der Lindenallee, nordöstlich der Städtischen Gasanstalt und unweit des Jüdischen Begräbnisplatzes im Stadtteil Weißenfels gelegen. Dies bedeutet, dass ihr einmal quer durch die gesamte Kernstadt zurück und dann über die Prenzlauer Allee weiter Richtung Nordstadt fahren müsst.

Die Tour in Gustavers klapprigem und wie ein überdimensionaler Aschenbecher riechenden Vehikel bietet Gelegenheit, noch einmal euer Vorgehen abzustimmen, ansonsten kommt ihr gegen 12:30 an eurem Ziel an.
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Dr. David Schmidt
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Re: VI. Pflegeheim St. Matthäus

Beitrag von Dr. David Schmidt » Freitag 5. Juni 2015, 20:42

David ist schweigsam während der Fahrt durch die Stadt. Alles im Allem macht er eher den Eindruck zu seiner Hinrichtung, als zu einem Pflegeheim zu fahren.

Kurz denkt er darüber nach, wie er in diese Situation gekommen ist- ahja das war ja deswegen, weil der Hauptmann und dessen Leute ihm damals ebenfalls aus einer beruflich prenzligen Situation geholfen hatten. War fast irgendwie komisch, dass es jetzt ebenfalls ungut enden konnte. David ist einfach nicht gewohnt irgendetwas ausserhalb von Gesetzen und Regeln zu tun und deswegen fühlt er sich so extrem unwohl.
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Re: VI. Pflegeheim St. Matthäus

Beitrag von Isaak Silbermann » Samstag 6. Juni 2015, 22:33

Isaaks letzte Autofahrt lag, wie bereits angedeutet, schon einige Jahre zurück. Dennoch hat er wohl nicht zu viel versprochen: der Wagen lässt sich einfach handhaben und auch die Schaltvorgänge gehen ihm wie einstmals locker von der Hand. Der ehemalige Friseur genießt es sichtlich hinter dem Steuer des PKW, und diesen durch den Mittagsverkehr der Großstadt zu lenken. "Schon beeindruckend", kommentiert er die Fahrt durch das belebte Zentrum, "wie sich das Stadtbild in den letzten Jahren verändert hat: so viele Automobile ... und trotzdem ist es schade um die Pferdedroschken, nicht wahr, Piotr? Sie haben ihren ganz eigenen Charme." Ein wenig Bedauern schwingt in seinen Worten mit, als ihm die Dominanz der neumodischen Konkurrenz bewusst wird.

Die wortkarge Anwesenheit des Doktors behagt Isaak nicht besonders. Immer wieder vergewissert er sich dessen Anblick im schiefhängenden Rückspiegel und erhofft sich dadurch eine Einschätzung des ihm noch fremden Mannes. Die meisten Ärzte, denen Isaak bisher - häufig in seinem Friseursalon - begegnete, schafften es selten, einige Minuten inne und ihr umfangreiches Fachwissen bei sich zu halten. Aber einem Psychiater war er noch nie begegnet, vielleicht forderte und förderte dieses Arbeitsfeld andere Umgangsformen und Verhaltensweisen. Es kursieren ja viele Gerüchte über diese "Irrenärzte". Tauschen wollte er mit ihm jedenfalls nicht.
Am Ende dieser Gedanken angekommen, taucht schon das großräume Gebäude des Pflegeheims St. Matthäus auf der linken Seite auf und der Fahrer Silbermann macht sich daran, einen guten Platz zum Parken zu finden.

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Re: VI. Pflegeheim St. Matthäus

Beitrag von Piotr Cebulski » Sonntag 7. Juni 2015, 10:11

Piotr nickt. "Ich erinnere mich in Zachan, wie wir als Kinder haben gesehen das erste Automobil. Es war eine Sensation, doch heute der Blick ist gänzelig normal!", sinniert er und blickt dann ebenfalls aus dem Fenster. Möglicherweise grübelt er wegen der Erkenntnisse und ungeklärten Fragen, die sich in der Lechner-Villa aufgetan haben, vielleicht bereitet er sich aber auch mental auf den bevorstehenden Patientenbesuch vor?
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Re: VI. Pflegeheim St. Matthäus

Beitrag von Der Mentor » Sonntag 7. Juni 2015, 10:19

Das Pflegeheim Matthäus ist ein wuchtiger, nicht gerade einladend aussehender Bau. Fleckiges Ziegelwerk, kleine Fenster und ein von oben drückendes Dach wollen auch im Sonnenschein nicht freundlicher erscheinen und den drei Stufen zum Eingang haftet die Impression einer Einbahnstraße an - was wohl für die allermeisten Patienten den Tatsachen entsprechen dürfte.

Im ersten Stock entdeckt der aufmerksame Betrachter eine alte Bewohnerin mit grauem Dutt hinter einem der Fenster, welche eure Ankunft mit unersichtlichen Gefühlen zur Kenntnis nimmt.
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Re: VI. Pflegeheim St. Matthäus

Beitrag von Piotr Cebulski » Sonntag 7. Juni 2015, 10:22

Bevor jemand von euch die Pforte öffnet und eintritt, meint Piotr zu David: "Sie am besten übernehmen das Reden und stellen uns einfach vor als Freunde der Familie?" Irgendwie klingt seine Stimme unterschwellig aufgeregt, auch wenn dem Polen dafür eigentlich kein rechter Grund einfallen mag.
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Re: VI. Pflegeheim St. Matthäus

Beitrag von Der Mentor » Sonntag 7. Juni 2015, 10:28

Das Foyer des Pflegeheims, welches sich euch hinter der Eingangstür eröffnet, gehört definitiv nicht zu den lichtdurchflutetsten seiner Art und nur zwei Wandlampen hinter angegilbten Stoffschirmen unterstützen den spärlich einfallenden Sonnenschein. Eine gelangweilt aussehende Vettel - der Begriff schießt David sofort in den Sinn - schaut von ihrem Empfangspult auf und schiebt sich eine Brille mit dicken Gläsern auf die knubbelige Nase, um euch näher zu mustern.
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Re: VI. Pflegeheim St. Matthäus

Beitrag von Dr. David Schmidt » Montag 8. Juni 2015, 21:05

David tritt an das Pult heran. Jetzt war also der Moment gekommen indem der Betrug nun wirklich ausgeführt wird und obwohl sich bis jetzt anscheinend sein ganzes Wesen gegen diese Handlung gesträubt hatte, erwacht nun doch der Spitzbube in ihm. Kurz überlegt er seinen Auftritt. "Grüß Gott!", sagt er, es erscheint ihm angebrachter, da er weiss, dass St. Matthäus in kirchlicher Hand ist. "Mein Name ist Dr. Schmidt. Herr Lechner schickt uns, um ihn beim diesjährigen Patientengespräch zu vertreten und bei der Gelegenheit hätten wir auch gerne Mathilde Rendel selbst kurz besucht." Mehr zu erklären wäre auffällig gewesen, aber er nimmt bereits die gefälschte Vollmacht und seine Visitenkarte in die Hand. Er hatte kurz überlegt, ob "besucht" wirklich unverfänglich genug war, denn sie wissen ja gar nicht in welchem Zustand die Patientin sich befindet. Das sie Herrn Lechner bei dem Patientengespräch vertreten sollten, erschien ihm auch die unverfänglichste Erklärung für ihr hiersein, denn schliesslich hatte diese Einrichtung genau dieses angeboten.
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Re: VI. Pflegeheim St. Matthäus

Beitrag von Der Mentor » Dienstag 9. Juni 2015, 11:52

Es gibt diese Situationen, in denen man versucht, jede Unwägbakeit zu bedenken, jeden Fehltritt und jede unachtsame Bemerkung im Voraus auszuschließen und sich am liebsten eine Kristallkugel kaufen oder ein paar Augen im Hinterkopf wachsen lassen würde - und dann kommt doch alles ganz anders:

Höchst uninteressiert nimmt die Schwester am Empfang Davids Anrede auf.
"Warten Sie bitte hier", ist das einzige, was neben einem sauertöpfischen Nicken an Reaktion erfolgt, dann erhebt sie sich und verschwindet hinter einer der angrenzenden Schwingtüren. Die Vollmacht und Visitenkarte will sie scheinbar gar nicht sehen.

Einige Minuten vergehen, in denen ihr euch die Beine in den Bauch stehen und die Abwesenheit anregender Dekoelemente zur Kenntnis nehmen könnt, dann kehrt die Gottesdienerin mit einem Mann zurück, der ein hageres Abziehbild von Dr. Schmidt sein könnte: etwas kleiner, mit lichterem, angegrautem Haar und identischem Bart; Brillen- & Weißkittelträger und zudem etwa fünf bis zehn Jahre älter.

"Guten Tag die Herren, ich bin Dr. Zeitler, der Leiter dieser Einrichtung", sagt der Psychiater mit dünner, ruhiger Stimme und schüttelt sämtliche dargebotenen Hände. "Sie kommen, um Mathilde Rendel zu sehen?"

Irgendwie drängt sich euch aufgrund der folgenden Pause und dem leicht irritierten Tonfall des letzten Satzes der Verdacht auf, dass dies ein guter Zeitpunkt wäre, um eure Legitimation nachzuweisen.
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Re: VI. Pflegeheim St. Matthäus

Beitrag von Dr. David Schmidt » Dienstag 9. Juni 2015, 22:23

David hatte schon länger den Verdacht, dass auch Mathilde in keinerlei Zustand sein würde, um mit ihr sprechen zu können und die Art und Weise wie Dr. Zeitler gesprochen hatte, nährte dieses nur. Nun gut, jetzt waren sie hier und mußten wohl das Beste aus der Situation machen.

Also nickt er einfach nur auf die Frage des Anstaltsleiter und ebenso wortlos überreicht er die Vollmacht. Heikel war das Ganze schon, gerade weil auch er Psyichater ist- vielleicht fühlt sich sein Gegenüber nun irgendwie auf den Schlips gestreten.
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Re: VI. Pflegeheim St. Matthäus

Beitrag von Der Mentor » Donnerstag 11. Juni 2015, 09:33

Der Heimleiter überfliegt das Schriftstück, wirft einen leicht stirnrunzelnden Blick auf die Visitenkarte und erneut platzen Davids Sorgen wie eine Seifenblase: "In Ordnung, folgen Sie mir."

Das war einfach.

Auf eurem Weg durch verwinkelte Korridore, vorbei an den Zimmern der Alten und/oder geistig Zerrütteten, umreisst Dr. Zeitler Mathilde Rendels Zustand:
"Wie Sie sicher von Herrn Lechner wissen, leidet seine Adoptivtochter an einer schweren Form von Autismus. Dementsprechend ist ihr Zustand seit der Einlieferung unverändert. Ihr Geist ist in ihrem Körper gefangen und leider nach wie vor völlig unfähig, mit der Außenwelt zu kommunizieren. Aber sagen Sie, meine Herren, warum hat man Sie hinzu gezogen?"

Also doch.
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Re: VI. Pflegeheim St. Matthäus

Beitrag von Dr. David Schmidt » Freitag 12. Juni 2015, 12:59

Diese Nachfragen empfindet David aber eigentlich nicht als Bedrohung- er hätte genauso nachgefragt und sei es auch nur, um ein unangenehmes Schweigen während dem Gehen auf den Korridoren zu vermeiden.

Allerdings mußte jetzt eine unverfängliche Antwort her und blitzschnell entscheidet David sich dazu es mit der Halbwahrheit zu versuchen.
"Nun, Herr Lechner hat ihre Einladung bekommen, ist aber im Moment selber leider etwas unpässlich und so hat er uns gebeten, nach seiner Tochter zu sehen". Inständig hofft der Psychiater, dass Herr Lechner diese Briefe nicht einfach bisher ignoriert hat, andererseits könnte in diesem Falle die Geschichte mit der Krankheit auch wieder einen Grund für einen Sinneswandel sein- Kranksein macht meistens sensibel.
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Re: VI. Pflegeheim St. Matthäus

Beitrag von Der Mentor » Samstag 13. Juni 2015, 15:39

"Ach, dann sind Sie privat hier, verstehe", konstruiert sich der Psychiater seine Wirklichkeit. Ein Zimmer am Ende des Korridors scheint euer Ziel zu sein, die Tür hinein steht offen. "Nun, was noch interessant ist: die Patientin sieht so aus, als wäre sie seit ihrer Einlieferung um keinen Tag gealtert. Wir können uns das nicht erklären, aber nunja, ist wohl ein glatter Fall von Glück im Unglück - gute Gene - und natürlich gute Pflege! In dieser Hinsicht jedenfalls würde ich wirklich gerne mit ihr tauschen!" Ein ziemlich unpassendes Glucksen folgt dem miserablen, pietätlosen Scherz.

An der Zimmertür angekommen, fällt euer Blick unmittelbar auf die Frau im Rollstuhl, welche euch den Rücken zukehrt und ihren Kopf zum gegenüber gelegenen Fenster gewandt hat. Sie trägt ein schlichtes, weißes Hemd und kastanienbraune Haare, die pragmatisch-kurz bis zu den Ohren reichen. Eine zweite Frau ist gerade damit fertig geworden, das nahe Bett der Heimbewohnerin frisch zu beziehen.


"Ah Frau Buzkow"
, grüßt Dr. Zeitler. "Würden Sie so freundlich sein, Schwester Ignatia zu holen? Danke." Zu euch gewandt erklärt er: "Ich muss mit meiner Visite fortfahren, aber Schwester Ignatia wird gerne ihre Fragen beantworten. Und falls Sie später nochmal mit mir sprechen möchten, fragen Sie einfach jemandem vom Personal. In Ordnung, meine Herren?"

Danach macht er Anstalten zu gehen. Auch die angesprochene Frau vom Personal verlässt das Zimmer mit einem Knäuel alter Bettwäsche im Arm.
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Re: VI. Pflegeheim St. Matthäus

Beitrag von Dr. David Schmidt » Samstag 13. Juni 2015, 21:55

Gut, der Plan war anscheinend gut aufgegangen, denkt David. Für den Leiter stellt er keinerlei Rivalen da, etwas dass das gesamte Szenario unglaublich verkompliziert hätte.

"In Ordnung", meint er dann zu dem Kollegen als Erwiderung zu dessen letztem Satz, "..oder warten sie noch einen kurzen Moment - wie lange ist sie denn schon Patientin hier?" Diese Erwähnung, dass sie nicht gealtert sei, wollte er selber abwägen wie ungewöhnlich sie ist.
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Re: VI. Pflegeheim St. Matthäus

Beitrag von Der Mentor » Sonntag 14. Juni 2015, 09:58

Der Mediziner bleibt im Türrahmen stehen und überlegt kurz. "Das dürften jetzt bald 5 Jahre sein. Aber fragen sie doch Schwester Ignatia gleich nochmal ... das müsste alles in der Patientenakte stehen", entgegnet er schließlich und marschiert den Gang in jene Richtung hinunter, aus der ihr gekommen seid. Die Frau im Rollstuhl zeigt bisher keinerlei Anzeichen, dass sie von eurem Besuch etwas bemerkt hat.
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