VII. Fäden spinnen

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Isaak Silbermann
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Re: VII. Fäden spinnen

Beitrag von Isaak Silbermann » Sonntag 13. Dezember 2015, 12:16

"Hier noch an Zufälle zu glauben, erscheint mir fast ein wenig töricht", meint Isaak auf Davids Aussage hin. "Es könnte doch wirklich gut möglich sein, dass diese Frau diejenige, im Bericht erwähnte ist - in Anbetracht dessen, dass Mathilde als Bindeglied zu den dramatischen Ereignissen der Vergangenheit in dieser Anstalt verweilt. Wer weiß, vielleicht fühlt sie sich verantwortlich oder zu etwas verpflichtet? Ich halte es daher schon für sinnvoll, das Gespräch mit dieser Dame zu suchen - vielleicht können wir sie noch heute an der Anstalt nach ihrer Schicht abpassen?"
Zuletzt geändert von Isaak Silbermann am Sonntag 13. Dezember 2015, 13:21, insgesamt 1-mal geändert.

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Der Mentor
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Re: VII. Fäden spinnen

Beitrag von Der Mentor » Sonntag 13. Dezember 2015, 12:59

Piotr nickt Isaak zustimmend zu. Seinen ratzeputz leer gegessenen Teller schiebt er mit einem leicht gequälten Seufzer von sich, tupft sich etwaige Saucenreste mit einer Stoffserviette von Mund & Bart und meint anschließend in die Herrenrunde: "Es schon recht spät ist. Ich daher sollte jetzt anrufen wie verabredet bei Gustaver. Ihr mich entschuldigt kurz."

David, Julius und Isaak können fortan beobachten, wie Journalist Cebulski am Tresen mit der Wirtin spricht und deren Hinweis folgend zu einem Münztelefon in einer Ecke des Lokals geht.

Das Gespräch dauert etwa fünf Minuten, dann kommt der Pole raschen Schrittes und mit geweiteten, aufgeregten Augen zurück an den Tisch.
"Sie es kaum glauben werden! Ida Lechner heute Nachmittag hat angerufen bei Frau Unger im Haus ihres Vaters, um den Hauptmann von Seefeld zu sprechen! Die Hausdame hat daraufhin Gustavers Nummer weitergegeben und tatsächlich er hat kurz darauf mit dem verschwundenen Fräulein gesprochen am Telefonapparat!"

"Ida Lechner ihm sagte, dass sie sei für einige Zeit untergetaucht, weil sie fliege in großer Gefahr"
, berichtet er hastig weiter. "Sie nun aber ist zurück in der Stadt, weil sie hoffte auf Hilfe vom Hauptmann und seinen Männern. Da wir für diese sind eingesprungen, sie sich nun will treffen mit uns in einer knappen dreiviertel Stunde. Gustaver kommt so schnell wie möglich hier vorbei und wir dann gemeinsam fahren zu der Kneipe, die sie haben vereinbart als Treffpunkt."

Geistesgegenwärtig winkt er der Wirtin zu und deutet an, dass ihr zahlen möchtet. Dann ergänzt er noch: "Oh und noch etwas wichtiges: Gustaver mir sagte, dass er hat rausgefunden, dass das Mädcheninternat wurde aufgekauft vor wenigen Jahren und wieder hergerichtet von einer gemeinnützigen Organisation - der Sedan-Stiftung für Kriegsversehrte!"
"Wer mit Ungeheuern kämpft, mag zusehn, dass er nicht dabei zum Ungeheuer wird. Und wenn du lange in einen Abgrund blickst, blickt der Abgrund auch in dich hinein." - F. Nietzsche, Aph. 146

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Julius Johnsson
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Re: VII. Fäden spinnen

Beitrag von Julius Johnsson » Sonntag 13. Dezember 2015, 22:27

Julius nimmt nachdenklich die neuen Informationen Piotrs auf. Bei der eigenlich großartigen Nachricht von Ida verspürt er ein Kribbeln in seinem Nacken, welches noch nie etwas Gutes verheißen hat.
Nach einem leichten Schütteln räuspert er sich und meint kurz angebunden:
"Irgendwie gefällt mir das nicht!"

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Re: VII. Fäden spinnen

Beitrag von Dr. David Schmidt » Sonntag 20. Dezember 2015, 19:44

David nickt leicht zu Julius Kommentar. "Ja, das Ganze könnte auch eine Falle sein, aber was sollen wir ansonsten machen. Nachsehen bei dieser Kneipe müssen wir auf jeden Fall, da es durchaus möglich ist, dass es wirklich Ida ist. Der Ort ist ja ausserdem doch recht öffentlich....", meint er dann noch.
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Re: VII. Fäden spinnen

Beitrag von Der Mentor » Montag 21. Dezember 2015, 18:15

Nachdem jeder seine Zeche gezahlt hat, vergehen noch etwas mehr als zwanzig Minuten, bis Gustaver von Feldess das Lokal betritt. Nach einem kurzen Dialog schlüpft ihr zunächst in eure Mäntel und dann rasch hinaus in den frostig-kühlen Januarabend. Die Zeit drängt, wenn ihr pünktlich zu eurer Verabredung kommen wollt.

Zwei Autos stehen zur Verfügung und Piotr steigt gewohnheitsmäßig bei seinem Ermittlerfreund auf der Beifahrerseite ein.
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Re: VII. Fäden spinnen

Beitrag von Gustaver von Feldess » Montag 21. Dezember 2015, 18:18

"Na dann - auf Los geht's los, wa?", meint Gustaver in die Runde und würde ebenfalls in sein Gefährt steigen, sofern sonst niemand mehr etwas zu sagen oder fragen hat. Er zieht nochmal an seinem Zigarettenstummel und wirft diesen achtlos in den nächsten Rinnstein. "Da bin ick ja mal jespannt auf dit ominöse Fräulein und ihre Jeschichte."
"Der Scharfsinn der Polizei ist die Gabe, alle Menschen eines Diebstahls für fähig zu halten, und das Glück, dass sich die Unschuld mancher nicht erweisen lässt."

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Re: VII. Fäden spinnen

Beitrag von Julius Johnsson » Freitag 8. Januar 2016, 22:33

Julius begleitet weiterhin ein ungutes Gefühl als er in kalten Winterhauch hinaustritt und trotz des kurzen Weges zu seinem Auto seinen Mantelkragen hochschlägt. Misstrauisch lässt er dabei seinen Blick über die Straße schweifen und denkt daran, auf keinen Fall unbewaffnet zu dem Treffen zu erscheinen. Bei dem Gedanken an seine Schrotflinte im Kofferraum wird ihm allerdings schnell viel wohler und zufrieden lässt er sich in sein Automobil fallen ohne sich weiter darum zu kümmern wer wo mitfährt.

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Re: VII. Fäden spinnen

Beitrag von Der Mentor » Samstag 9. Januar 2016, 07:55

Dr. Schmidt und Herr Silbermann steigen ebenfalls wahllos in die Autos, ohne große Worte zu verlieren.

Schweigsam und leicht fröstelnd schaukeln euch die Gefährte anschließend durch die Berliner Nacht eurem Treffpunkt entgegen.

[Es geht weiter im nächsten Kapitel]
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