VIII. Licht & Schatten

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Julius Johnsson
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Re: VIII. Licht & Schatten

Beitrag von Julius Johnsson » Mittwoch 10. Februar 2016, 19:30

Schließlich betritt auch Julius die Bar. Während er ein "Guten Abend" in Richtung Theke schickt beäugen seine Augen kritisch das Interieur samt Gästen. Zudem hält er schon einmal nach einem Tisch Ausschau in dessen Umkreis keine womöglich lauschenden Ohren zu finden sind.

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Dr. David Schmidt
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Re: VIII. Licht & Schatten

Beitrag von Dr. David Schmidt » Donnerstag 11. Februar 2016, 22:50

David begrüßt Frau Silbermann, hatte er sie doch ebenfalls bei dem Weihnachtsessen kennengelernt. "Was für eine Überraschung sie hier anzutreffen!", meint er dann. Er sieht keinerlei Veranlassung zu erklären, warum sie hier sind- es war nichts anstössiges dabei am Abend irgendwo ein paar Biere zu trinken.
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Re: VIII. Licht & Schatten

Beitrag von Rachel Silbermann » Samstag 13. Februar 2016, 12:28

Ein strahlendes Lächeln empfängt die Männerrunde, als diese sich dem Tresen nähert. Intuitiv richtet sich Rachel auf, streicht sich ihr gefönten Wellen zurecht und klimpert mit ihren langen dunklen Wimpern. In dem schummrigen Licht wirkt das Rot ihres Lippenstiftes noch aufdringlicher und man könnte den Eindruck gewinnen, sie schenke hier nicht nur Bier an einsame Seelen aus. Hastig wedelt sie die Rauchschwaden beiseite, die wie Vorhänge zwischen ihr und den Gästen schweben. Kurz muss sie überlegen, wen sie da vor sich hat, immerhin gab es noch nicht viele Gelegenheiten, bei denen sie mit den vorgestellten Männern aufeinander traf.
Als sie daraufhin Gustaver, Piotr und David erkennt, engleitet der Gattin von Isaak Silbermann ein glucksendes Lachen.
"Guten Abend, die Herren", grüßt sie zurück und nickt auch dem ihr unbekannten Julius freundlich zu. Diesen mustert sie etwas argwöhnisch und ihre Blicke bleiben immer wieder an dessen Leibesfülle hängen. "An den würde ich mich erinnern", denkt sie sich insgeheim.
"Wie schön Sie alle wiederzusehen", ruft sie den Männern lautstark entgegen, scheinbar, um die Klaviermusik zu übertönen. "Ja, ich arbeite schon seit geraumer Zeit hier. In diesen modernen Zeiten schickt es sich auch als Dame die Haushaltskasse ein wenig aufzubessern, nicht wahr?" Sie zwinkert Gustaver und David zu, wendet sich dann aber wieder an alle vier: "Was darf ich Ihnen denn anbieten?"

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Re: VIII. Licht & Schatten

Beitrag von Der Mentor » Samstag 13. Februar 2016, 13:26

Julius erscheinen mehrere Tische geeignet, um ein Gespräch in gedämpftem Tonfall zu führen. Die anwesenden Gäste strahlen eine für ihn als Filmemacher nicht zu verleugnende Faszination aus, muten sie doch allesamt wie die stereotypen Karikaturen rastloser Seelen an. Seine Instinkte den Fall betreffend tangieren sie jedoch nicht.
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Re: VIII. Licht & Schatten

Beitrag von Gustaver von Feldess » Samstag 13. Februar 2016, 13:28

Gustavers Blick sucht Davids Aufmerksamkeit. Scheinbar ist er unschlüssig, ob er etwas zu trinken bestellen soll, denn deswegen ist man schließlich nicht hier.
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Re: VIII. Licht & Schatten

Beitrag von Piotr Cebulski » Samstag 13. Februar 2016, 13:32

Auch Piotr hält sich in der zweiten Reihe vorerst mit Bestellungen zurück. Seine Aufmerksamkeit gilt für den Augenblick ebenfalls dem anwesenden Publikum und der Klaviermusik des Mischa Spoliansky.
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Re: VIII. Licht & Schatten

Beitrag von Julius Johnsson » Samstag 13. Februar 2016, 22:38

Julius ist ein wenig von Frau Silbermann irritiert. Mit ihrer glanzvollen und stolzen Ausstrahlung will sie so gar nicht in diese eher triste Atmosphäre hineinpassen, noch viel weniger aber hatte Julius erwartet dass die Frau von Herrn Silbermann so auftreten würde. Viel mehr durch diese Eindrücke als durch die Worte Silbermanns vor der Kneipe wird Julius klar wer im Hause Silbermann die Hosen anhat und er kann sich ein kleines Lächeln nicht verkneifen.
Als keiner der Herren Anstalten macht etwas zu bestellen, selbst nachdem Frau Silbermann nachfragt, springt Julius in die Bresche, denn in seinen Augen erregte das nur unnötige Aufmerksamkeit.


"Bringen sie uns doch einen Kaffee, bitte!" meint er freundlich zu Frau Silbermann und nickt den anderen aufmunternd zu.

Julius wollte auch schnell an einem Tisch Platz nehmen, denn eine Frage kam ihm plötzlich in den Sinn: Woher konnte Gustaver wissen wirklich mit Ida gesprochen zu haben? Sie hätten auf jeden Fall bei Frau Unger nachfragen sollen, zum einen um zu überprüfen ob dort tatsächlich angerufen wurde und ob Frau Unger vielleicht Idas Stimme erkennen konnte. Vielleicht hatte Gustaver das ja auch getan oder es gab hier einen Telefonapparat und sie konnten das nachholen.

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Re: VIII. Licht & Schatten

Beitrag von Dr. David Schmidt » Montag 15. Februar 2016, 20:42

David hätte wahrscheinlich etwas mit mehr Alkohol bestellt, aber Kaffee erscheint ihm nun doch eine sehr gute Idee. Schließlich sind sie alle sicherlich schon übermüdet und dieses doch etwas dubiose und unerwartete Treffen verlangt sicherlich eine erhöhte Aufmerksamkeit. So sagt er nicht viel und wartet eher einmal ab was nun weiterhin geschieht.
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Re: VIII. Licht & Schatten

Beitrag von Rachel Silbermann » Samstag 20. Februar 2016, 11:54

"Aber natürlich!" - Rachel Silbermann nimmt nickend Julius' Bestellung entgegen. "Ich bringe Ihnen allen einen guten Usambara-Kaffee aus Ostafrika, wenn's recht ist? Wir haben noch einige Waren aus den ehemaligen Kolonien vorrätig, die sie unbedingt probieren sollten", sagt sie und fügt hinzu: "Nehmen Sie alle doch derweil hier Platz." Dabei deutet sie auf einen Tisch in der Nähe des Ausschanks. "Hier kann ich schnell Ihre Wünsche entgegen nehmen", zwinkert sie und macht sich schließlich daran, den Kaffee aufzubrühen.

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Re: VIII. Licht & Schatten

Beitrag von Der Mentor » Samstag 20. Februar 2016, 13:16

Der von Rachel Silbermann zugewiesene Tisch gehört zu den erwähnten, schwer belauschbaren. Lediglich die Friseurgattin selber könnte mit gespitzten Ohren etwas aufschnappen, wenn die Herrenrunde allzu laut sprechen und der Pianist zugleich eine Pause zwischen zwei Stücken einlegen würde. Ansonsten wärt ihr dort relativ ungestört.
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Re: VIII. Licht & Schatten

Beitrag von Dr. David Schmidt » Samstag 5. März 2016, 13:12

David würde sich dann auch gleich auf den Weg zu dem besagten Tisch zu machen. Dabei sieht er sich noch einmal genau um, ob er irgendjemanden entdecken kann, das heisst Fräulein Ida oder jemand der der Gruppe eine ungewöhnliche Aufmerksamkeit entgegen bringt.
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Re: VIII. Licht & Schatten

Beitrag von Der Mentor » Samstag 5. März 2016, 13:37

Besondere Aufmerksamkeit wird euch schon alleine deswegen zuteil, weil ihr die einzige größere Personengruppe inmitten dieses Sammelsuriums einsamer Seelen seid. So hebt sich manches Kinn und manches Augenpaar mustert euch - insbesondere Piotr mit seinem auffälligen Gesichtsverband und Julius mit seiner imposanten Statur.

Ansatz für konkretere Verdächtigungen bietet sich jedoch keiner und auch Ida Lechner ist ganz offensichtlich nicht im Kakadu anwesend.
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Re: VIII. Licht & Schatten

Beitrag von Julius Johnsson » Donnerstag 10. März 2016, 15:35

Julius wendet sich noch einmal an Frau Silbermann: "Entschuldigen Sie, gibt es hier die Möglichkeit zu telefonieren?"

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Re: VIII. Licht & Schatten

Beitrag von Der Mentor » Freitag 11. März 2016, 16:42

Während Herr Johnsson noch kurz inne hält, folgen von Feldess und Cebuski Dr. Schmidt zu dem vorgeschlagenen Tisch und nehmen daran Platz. Kaffee war gar keine so schlechte Idee nach diesem langen Tag, denn irgendwie macht sich infolge der abfallenden Anspannung, die nun auf Ida Lechners Abwesenheit folgt, schleichende Erschöpfung bei den Herrschaften breit.
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Re: VIII. Licht & Schatten

Beitrag von Rachel Silbermann » Samstag 12. März 2016, 19:28

Den Entschluss der Herren sich an dem angebotenen Platz niederzulassen - nachdem diese kurz zu zögern schienen - vernimmt Rachel mit einem aufmerksamen Nicken und macht sich sogleich daran, eine Kerze auf dem Tisch zu entzünden, um etwas Gemütlichkeit in dem kleinen Kreis walten zu lassen. "Ihre Kaffees bringe ich Ihnen sogleich", trällert sie gar nicht mal so leise und eilt hochmotiviert zum Ausschank zurück, während es sich die Männer auf den schlichten Metallstühlen bequem machen.
Zuvor jedoch bejaht sie Julius' Frage nach dem Telefon, stellt ihm sogleich den Apparat auf den Tresen und deutet auf das lange Kabel, sodass dieser die Sprecheinrichtung mit zum benachbarten Tisch nehmen kann, sofern er das möchte. Dann lächelt sie ihn freundlich an und verschwindet tänzelnd wieder hinter der Theke, um den Brühvorgang für den Kaffee abzuschließen.

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