VIII. Licht & Schatten

Benutzeravatar
Julius Johnsson
Ordensbruder
Beiträge: 298
Registriert: Donnerstag 14. November 2013, 19:33

Re: VIII. Licht & Schatten

Beitrag von Julius Johnsson » Samstag 12. März 2016, 21:38

Julius dankt Frau Silbermann die zuvorkommende Bedienung: "Wunderbar, haben sie vielen Dank!" und schnappt sich, vorsorglich, den Apparat. Am Tisch angekommen nutzt er die Unaufmerksamkeit der noch hinter dem Tresen hantierenden Frau Silbermann aus um sich aus seinem Mantel zu schälen und diesen sorgsam über den Stuhl zu hängen. Sogleich fragt er dann mit gedämpfter Stimme bei Gustaver nach, mit wem genau er gesprochen hat und welche Manipulationsmöglichkeiten sich ermöglicht haben könnten.

Benutzeravatar
Gustaver von Feldess
Geheimnisträger
Beiträge: 376
Registriert: Sonntag 3. Dezember 2006, 01:05
Wohnort: Berlin
Kontaktdaten:

Re: VIII. Licht & Schatten

Beitrag von Gustaver von Feldess » Sonntag 13. März 2016, 10:47

Gustaver bestätigt beziehungsweise wiederholt, was die Herrschaften bereits von Piotr erfahren hatten: "Naja, die Frau Unger meinte, dit sie mit Ida am Telefon jesprochen habe und da sie dit Mädel seit Jahren kennt, wird sie dit wohl auch jewesen sein. Von Zweifeln am Klang der Stimme hat sie zumindest nichts jesagt. Und was mein Jespräch mit Ida angeht, ick hab natürlich keinen Vergleich, aber ne janz jute Menschenkenntnis und dit Fräulein am anderen Ende der Strippe klang schon ziemlich aufjeregt und in Sorge. Aber wer weiß ... ? Mit Sicherheit sagen kann ick in jedem Fall nix ... hmm."

Zeit, einen Glimmstengel aus einer der Manteltaschen zu fischen und diese sogleich an der atmosphärischen Kerze auf dem Tisch zu entzünden. So denkt es sich gleich viel besser nach!
"Der Scharfsinn der Polizei ist die Gabe, alle Menschen eines Diebstahls für fähig zu halten, und das Glück, dass sich die Unschuld mancher nicht erweisen lässt."

Benutzeravatar
Julius Johnsson
Ordensbruder
Beiträge: 298
Registriert: Donnerstag 14. November 2013, 19:33

Re: VIII. Licht & Schatten

Beitrag von Julius Johnsson » Sonntag 13. März 2016, 17:11

"Gut gut, dann habt ihr ja mit beiden Damen persönlich gesprochen" meint Julius etwas beruhigt und fährt mit leiser Stimme fort: "Ich hoffe nur dass Ida auf dem Weg nichts passiert ist, es ist vielleicht ganz gut dass wir auch draussen zwei Augen besitzen."

Benutzeravatar
Piotr Cebulski
Ordensbruder
Beiträge: 250
Registriert: Freitag 1. Dezember 2006, 22:35
Wohnort: Berlin, Mahlerstr. 45, 2. HH

Re: VIII. Licht & Schatten

Beitrag von Piotr Cebulski » Sonntag 13. März 2016, 18:31

Der junge Pole nickt seinem schwergewichtigen Gegenüber am Tisch zustimmend zu. "Das wohl wahr ist ... aber was ihr denn glaubt?" fragt Piotr dann in die Runde. "Wird Fräulein Lechner noch kommen und lediglich hat sich verspätet?"

Einem Blick auf die Uhr zufolge wäre sie dann schon beinahe eine halbe Stunde zu spät.
"Wo Gewalt regiert, gibt es nur zwei Parteien. Die eine schreit öffentlich ja, die andere knirscht ingrimmig nein. Wo Freiheit waltet, gibt es tausend Meinungen."

Benutzeravatar
Julius Johnsson
Ordensbruder
Beiträge: 298
Registriert: Donnerstag 14. November 2013, 19:33

Re: VIII. Licht & Schatten

Beitrag von Julius Johnsson » Montag 14. März 2016, 23:36

Julius blickt erstaunt. "Meint ihr wir waren auch schon eine halbe Stunde zu spät?" Irgendwie war ihm das nicht bewusst gewesen. "Vielleicht haben wir wir sie dann schon verpasst, ob sie in ihrer Situation eine halbe Stunde warten würde erscheint mir doch recht ungewiß."

Benutzeravatar
Piotr Cebulski
Ordensbruder
Beiträge: 250
Registriert: Freitag 1. Dezember 2006, 22:35
Wohnort: Berlin, Mahlerstr. 45, 2. HH

Re: VIII. Licht & Schatten

Beitrag von Piotr Cebulski » Dienstag 15. März 2016, 08:49

"Nunja, nicht wirklich", entgegnet Piotr nach einem kurzen Uhrenabgleich. "Es jetzt ist 18:53 Uhr" - tick, tick - " ...18:54. Als wir fuhren vor, ich habe ebenfalls auf die Uhr geschaut, da es war 18:37 Uhr."

"Wo Gewalt regiert, gibt es nur zwei Parteien. Die eine schreit öffentlich ja, die andere knirscht ingrimmig nein. Wo Freiheit waltet, gibt es tausend Meinungen."

Benutzeravatar
Der Mentor
Kind des Chaos
Beiträge: 1608
Registriert: Freitag 1. Dezember 2006, 17:16
Wohnort: Schloss Brunwald

Re: VIII. Licht & Schatten

Beitrag von Der Mentor » Dienstag 15. März 2016, 08:52

In der Tat, eure Gespräche bei den Autos, vor der Tür des Kakadu, an der Theke und schließlich hier am Tisch haben alle nur wenige Minuten gedauert, aber in Summe ist doch eine gute Viertelstunde seit eurer Vorfahrt verstrichen. Andererseits könnt ihr aber ebenso mit Gewissheit sagen, dass ihr die Bar seit 18:07 Uhr im Auge hattet.
"Wer mit Ungeheuern kämpft, mag zusehn, dass er nicht dabei zum Ungeheuer wird. Und wenn du lange in einen Abgrund blickst, blickt der Abgrund auch in dich hinein." - F. Nietzsche, Aph. 146

Benutzeravatar
Gustaver von Feldess
Geheimnisträger
Beiträge: 376
Registriert: Sonntag 3. Dezember 2006, 01:05
Wohnort: Berlin
Kontaktdaten:

Re: VIII. Licht & Schatten

Beitrag von Gustaver von Feldess » Dienstag 15. März 2016, 08:57

"Meint ihr nicht, wir sollten einfach mal jemanden fragen, ob sie hier war?", schlägt der Berufsschnüffler vor. "Dann müssen wir uns nicht umsonst nen Kopf machen."
"Der Scharfsinn der Polizei ist die Gabe, alle Menschen eines Diebstahls für fähig zu halten, und das Glück, dass sich die Unschuld mancher nicht erweisen lässt."

Benutzeravatar
Julius Johnsson
Ordensbruder
Beiträge: 298
Registriert: Donnerstag 14. November 2013, 19:33

Re: VIII. Licht & Schatten

Beitrag von Julius Johnsson » Donnerstag 17. März 2016, 18:41

"In der Tat, vielleicht wurde ja auch eine Nachricht hinterlassen" stimmt Julius Gustaver zu. Daraufhin trägt er den Telefonapparat wieder zur Theke und spricht Frau Silbermann an: "Entschuldigen sie, war kurz vor uns vielleicht ein junges Fräulein hier?"

Benutzeravatar
Rachel Silbermann
Akolyth
Beiträge: 10
Registriert: Mittwoch 22. Juni 2011, 21:00
Wohnort: Reitergasse 5, Danzig

Re: VIII. Licht & Schatten

Beitrag von Rachel Silbermann » Samstag 19. März 2016, 10:47

Rachel, die gerade mit dem Säubern der Tresenoberfläche beschäftigt ist, wendet sich Julius zu und nimmt wortlos, doch mit einem Lächeln das Telefongerät entgegen. Ohne lange zu überlegen, antwortet sie auf Julius' Frage: "Ja, es war eine junge Dame da". Und während sie mit dem Wischtuch die metallene Wählscheibe und das mattschwarze Holz poliert, fügt sie noch hinzu: "Was ein unsicheres Ding das war." Dabei schüttelt sie ihr Haupt, dreht sich ein wenig von Julius weg und rollt dabei das lange Telefonkabel wieder auf. "Naja, aber wen wundert das schon?", fragt sie achselzuckend und verdreht dabei die Augen, "bei den zwei Gestalten, die mit ihr hier waren.".Dann deutet Rachel auf die hinter ihr befindliche Kaffeekanne, aus der ein heißer Dampf und ein wohliger Röstgeruch aufsteigt. "Den bringe ich Ihnen sogleich an den Tisch, ja?"

Benutzeravatar
Julius Johnsson
Ordensbruder
Beiträge: 298
Registriert: Donnerstag 14. November 2013, 19:33

Re: VIII. Licht & Schatten

Beitrag von Julius Johnsson » Sonntag 20. März 2016, 16:54

Julius Augen weiten sich vor Erschrecken und er muss kurz schlucken. Er versucht jedoch so gut es geht die Contenance zu bewahren und meint mit ernster Stimme: "Bitte Frau Silbermann, setzen sie sich kurz zu uns an den Tisch und berichten sie geschwind ganz genau was passiert ist! Vergessen sie den Kaffee!"

Benutzeravatar
Rachel Silbermann
Akolyth
Beiträge: 10
Registriert: Mittwoch 22. Juni 2011, 21:00
Wohnort: Reitergasse 5, Danzig

Re: VIII. Licht & Schatten

Beitrag von Rachel Silbermann » Freitag 25. März 2016, 16:33

"Äh ..." - Rachel ist sichtlich verunsichert und überrascht, als Julius sie auffordert, alles stehen und liegen zu lassen. "Aber der gute Kaffee aus unseren ehemaligen Kolonien...", kommt ihr gerade noch über die Lippen. Doch dann spürt sie die Dringlichkeit in Julius' Worten, die sich auch in seinem Gesichtsaudruck wiederfindet, und ein seltsam flaues Gefühl breitet sich in ihr aus. Was hatte ihren Gegenüber so erschrocken? Die Sorge, aber auch Neugier treibt die Friseursgattin in diesem Moment an und macht sie sich daran, dem üppigen Mann an seinen Tisch zu folgen.

Benutzeravatar
Piotr Cebulski
Ordensbruder
Beiträge: 250
Registriert: Freitag 1. Dezember 2006, 22:35
Wohnort: Berlin, Mahlerstr. 45, 2. HH

Re: VIII. Licht & Schatten

Beitrag von Piotr Cebulski » Samstag 26. März 2016, 18:52

Piotr sieht Frau Silbermann mit fragenden Augen an, als diese in Julius' Begleitung mit an den Tisch kommt. Der besorgte Gesichtsausdruck des Filmemachers entgeht ihm dabei nicht. "Was ... nun ist?", fragt er beide und niemanden zugleich, während auch ihn ein ungutes Gefühl beschleicht.
"Wo Gewalt regiert, gibt es nur zwei Parteien. Die eine schreit öffentlich ja, die andere knirscht ingrimmig nein. Wo Freiheit waltet, gibt es tausend Meinungen."

Benutzeravatar
Rachel Silbermann
Akolyth
Beiträge: 10
Registriert: Mittwoch 22. Juni 2011, 21:00
Wohnort: Reitergasse 5, Danzig

Re: VIII. Licht & Schatten

Beitrag von Rachel Silbermann » Freitag 1. April 2016, 20:15

Die Augen von Rachel scheinen sich für einen kurzen Moment zu weiten, als Piotr die Frage stellt.
Etwas hastig schlägt die selbsternannte "Dame von Welt" Teile ihrer magentafarbenen Federboa über die Schultern und es vergehen keine drei Sekunden, bis sie das Wort ergreift.
"Nun ja, Ihr Begleiter - sie deutet auf Julius - fragte mich, ob vor Ihnen ein junges Fräulein hier war. Ja, also, ich muss das bestätigen." Schnell zückt sie ein kleines Silberetui, aus dem sie eine Zigarette hinausfingert. Feuer hat sie keines, wirft Gustaver (der vermutlich vor lauter Qualm kaum zu sehen ist) aber einen entsprechenden bedürftigen Blick zu, während sie weiter das Wort an sich reißt.

"Diese junge Frau war wirklich seltsam, das ist mir sofort aufgefallen. Sie saß hier fast drei Stunden allein herum, und wer weiß warum? Auf jeden Fall sah sie echt unsicher aus, und dabei muss man das als Frau heute gar nicht mehr sein, nicht wahr?",
gackert sie weiter. "Aber das war noch nicht das Auffälligste. Hierher kommen viele Gäste allein, stundenlang sitzen sie an ihren Tischen und man meint, sie versinken in ihrer Trostlosigkeit." Rachel zieht nicht gerade zögerlich an ihrer Zigarette. "Auffällig und zugleich befremdlich waren zwei Männer, die später zu ihr kamen und in ihrer Begleitung unser Haus verließen. Ich hatte in dem Moment einen anderen Gast zu bedienen, wissen Sie? Ich hab nicht so viel mitbekommen, über was die gesprochen haben." Erneut inhaliert Frau Silbermann zügig den Rauch ihrer Zigarette. "Aber, wenn zwei derartige Männer und so ein junges Ding hier verschwinden, dann fühlt man sich als Frau wieder minderwertig und beschämt." Rachel wirkt emanzenhaft empört und zieht noch einige Male an ihrem Glimmstengel, der bis auf den Filter herunter gebrannt ist und den selbst Gustaver verschmähen würde.
"Aber wissen Sie, was noch seltsamer war? Ich hatte ein flaues Gefühl im Bauch..." Rachels Rauchdrama in fünf Akten endet in einem halbminütigen Hustenanfall. Hastig drückt sie ihre Zigarette aus und scheint tatsächlich kein Wort mehr dazu sagen zu wollen Sie blickt fast ein wenig unsicher in die Runde.

Benutzeravatar
Dr. David Schmidt
Geheimnisträger
Beiträge: 393
Registriert: Sonntag 6. Januar 2013, 23:08

Re: VIII. Licht & Schatten

Beitrag von Dr. David Schmidt » Samstag 2. April 2016, 14:00

"Was waren das denn für Männer und wie sahen sie aus?", platzt dann David, der in den letzten Minuten seltsam ruhig gewesen war, in das Gespräch. Die Ausdrucksweise, besonders der vorletzte Satz mit den "derartigen Männer" und "sich als Frau minderwertig und beschämt fühlen" ist irgendwie seltsam in seinen Augen. "Und wie ist sie mit den beiden Männern mitgegangen- freiwillig?"
"When in doubt, reach for the stars. That way you'll never come up short."

"Wurde bei einem Freud Kongress weggeschickt, weil ich zu Jung bin." (unbekannt)

Gesperrt