IX. Schöner wohnen am Tegeler See

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Dr. David Schmidt
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Re: IX. Schöner wohnen am Tegeler See

Beitrag von Dr. David Schmidt » Montag 8. August 2016, 22:40

"Das andere Mädchen? Sie meinen doch nicht Mathilde, oder?, fragt David, dem es bei weitem lieber gewesen wäre mit dem Mann in einer Nervenheilanstalt zu sprechen, als hier im Freien, vor diesem dunklen Haus.
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Der Mentor
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Re: IX. Schöner wohnen am Tegeler See

Beitrag von Der Mentor » Dienstag 9. August 2016, 11:49

"Ringel, Ringel, Reihe", fängt er schief zu intonieren an. " ... sind der Kinder zweie ... sitzen unterm Holderbusch ... singen beide husch, husch, husch."

Eine direkte Antwort auf seine Frage hin erhält David nicht. Ihm scheint, dass der Mann am Boden sich gerade wieder tief in seinen Wahnvorstellungen verstrickt.

"Wir müssen uns vor Vater hüten!!", ergänzt er nach einem guten Dutzend Herzschläge mit aufgerissenen Augen, die in Richtung Internat blicken.
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Julius Johnsson
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Re: IX. Schöner wohnen am Tegeler See

Beitrag von Julius Johnsson » Dienstag 9. August 2016, 15:29

Julius sieht mit fragendem und etwas bangem Blick die Mitstreiter an. "Sollen wir da wirklich hineingehen?" fragt er zögerlich.
Piotrs Gedanke Hilfe zu holen erscheint ihm zwar gut, aber wen sollte man schon fragen ohne für verrückt gehalten zu werden?

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Dr. David Schmidt
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Re: IX. Schöner wohnen am Tegeler See

Beitrag von Dr. David Schmidt » Mittwoch 17. August 2016, 19:35

"Naja, deswegen sind wir ja hierhergekommen, oder?!", meint David, klingt aber auch nicht sonderlich überzeugt. Eigentlich hat er ziemlich Angst, ohne dass er sich dieses selber eingestehen würde, ihm ist kalt und übermüdet ist er auch.
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Re: IX. Schöner wohnen am Tegeler See

Beitrag von Isaak Silbermann » Montag 22. August 2016, 12:30

Auch der Älteste in der Runde betrachtet erneut mit bangem Blicke das thronende, emporragende Internatsgebäude und versucht dabei, alle Furcht hinunterzuschlucken, was ihm kaum gelingen mag.
Ein sanftes Zittern legt sich in seine Stimme, als er Julius und David nur mit den nötigsten Worten signalisiert, dass auch er keine andere - "bessere" - Idee habe, was sie nun tun sollten.
Gänsehaut breitet sich über seinen Körper aus, als er den "Ringel-Ringel-Reihe"-Gesang des verwirrten Mannes vernimmt.
"Ich denke", äußert er noch in die Runde, "mit dem anderen Mädchen könnte Ida gemeint sein. Vielleicht kann sie ihrer Schwester helfen? Immerhin waren die Briefe an Ida gerichtet und von einer Person verfasst, die durch jemanden anderen sprach ... vielleicht kann Mathilde also doch auf irgendeine Art Kontakt aufnehmen?"
Nochmals schwankt sein Blick zwischen dem Gemäuer und dem panischen Mann hinter dem Auto hin und her. Seine Worte, die gesamte Situation waren drastisch und gingen Isaak gehörig unter die Haut - aber: was, wenn es einfach nur ein Hirngespinst ist, wenn der arme Tropf wirklich verrückt ist? Wenn das hier gar keine so große Sache ist?
Scheinbar versucht Isaaks Verstand nun die ganze Situation zu relativieren und zu verharmlosen, um sich der Angst nicht gänzlich hinzugeben.
Mit nur wenig überzeugender Entschlossenheit schreitet der ehemalige Friseur einige Schritte in Richtung des Eingangs zum Stiftungsgebäude.

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Re: IX. Schöner wohnen am Tegeler See

Beitrag von Gustaver von Feldess » Dienstag 30. August 2016, 09:11

Gustaver zuckt die Achseln, da er nach wie vor nicht im Bilde über die gesamten Hintergründe ist. Sein Blick wandert gleich wie Isaaks zum Eingang des imposanten Bauwerks, während seine Taschenlampe immer noch auf den mutmaßlichen Robert am Boden gerichtet bleibt.
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Re: IX. Schöner wohnen am Tegeler See

Beitrag von Julius Johnsson » Mittwoch 31. August 2016, 22:46

"Ich denke so ist es" stimmt Julius mit einem Nicken Herrn Silbermann zu und folgt ihm mit bangem Blick in Richtung des Gebäudes.
Während seine Augen an der Fassade entlang schweifen überlegt Julius dass er nicht die geringste Idee hat, was dort im Innern auf sie warten wird.

"Robert, was können wir gegen den Vater tun?" probiert er es ein letztes mal bevor es in die Höhle des Löwen geht.

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Der Mentor
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Re: IX. Schöner wohnen am Tegeler See

Beitrag von Der Mentor » Donnerstag 1. September 2016, 08:42

Der Verstand des Kauerers am Boden scheint wieder hinab in die Abgründe seines Selbst geglitten zu sein und nichts Sinnvolles oder auch nur Zusammenhängendes folgt auf Julius' weiteren Versuch, ihm Informationen zu entlocken.

Das Internatsgebäude in seinem Rücken gleicht einem schlafenden Koloss im Nebel - ruhend, doch nicht tot - umgeben von einer Aura des Unbekannten und der unterschwelligen Bedrohung.

Während sich der kollektive Entschluss zu verdichten scheint, das Anwesen zu betreten, streifen eure Blicke jetzt immer häufiger die Pforte aus massivem Holz. Ob sie verschlossen ist? Was euch wohl dahinter erwartet? Und vor allem: ob ihr wieder als die Selben hinaus kommen werdet, als die ihr eintretet?

Es gibt nur einen Weg, um Antworten zu finden ...
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Re: IX. Schöner wohnen am Tegeler See

Beitrag von Isaak Silbermann » Montag 5. September 2016, 20:22

Je länger Isaak an dem Gebäude empor sieht, desto bedrohter und vereinnahmt fühlt er sich. Erneut tritt sein Geist mit ihm in Dialog - für die anderen nur in zögerlichen Handlungen sichtbar - fragt, ermahnt, warnt und ermutigt ihn zugleich.
Für den sonst recht kontrollierten Mann reine Strapazen, doch es siegt der Mut, der ihn mit zitternder Hand sachte an der Pforte rütteln lässt.

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Der Mentor
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Re: IX. Schöner wohnen am Tegeler See

Beitrag von Der Mentor » Dienstag 6. September 2016, 09:39

Isaaks Hand legt sich auf die schmiedeeiserne Klinke, drückt diese nieder und stellt überrascht fest, dass die Pforte nicht verschlossen ist. Mühelos kann er die gut geölte, doch schwere Tür mit etwas Druck nach innen öffnen.
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Re: IX. Schöner wohnen am Tegeler See

Beitrag von Gustaver von Feldess » Dienstag 6. September 2016, 09:44

Von Feldess folgt dem rüstigen Herrenausstatter mit gezogener Waffe und Taschenlampe ins Innere. Ein letzter Blick über die Schulter gilt dem wimmernden Robert, welcher im klammen Dunkel der Nacht zurück bleibt.

[Es geht weiter im nächsten Kapitel]
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