IX. Schöner wohnen am Tegeler See

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Dr. David Schmidt
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Re: IX. Schöner wohnen am Tegeler See

Beitrag von Dr. David Schmidt » Sonntag 10. Juli 2016, 15:45

Nachdem der erste Schreck verdaut ist erscheint es David einfach nur dumm weiterhin im Dunkel durch die Nacht zu schleichen und das bisschen Licht der Taschenlampe gibt ihm genug Zuversicht, um das Auto zu umrunden. Vielleicht braucht die Quelle dieser Stimme wirklich Hilfe, aber es ist vielleicht auch einfach nur der Wunsch, demjenigen ins Auge zu blicken, der ihm in diesen Momenten der Dunkelheit Angst gemacht hat.
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Re: IX. Schöner wohnen am Tegeler See

Beitrag von Gustaver von Feldess » Montag 11. Juli 2016, 08:17

Gustaver sucht Davids Blick und zeigt mit dem Kinn auf die Rückseite des Wagens. Mit gezücktem Revolver, zusammengepresstem Kiefer und vorgehaltener Taschenlampe bewegt er sich von der anderen Seite aus ebenfalls langsam um das Gefährt herum.
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Re: IX. Schöner wohnen am Tegeler See

Beitrag von Piotr Cebulski » Montag 11. Juli 2016, 08:19

Piotr hält sich gewohnt zurück und überlässt den anderen Herren erst einmal den Vortritt. Als Schlusslicht der Gruppe folgt er erst wie die verängstigte Motte dem Licht, als sich die Taschenlampe einige Meter entfernt hat.
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Re: IX. Schöner wohnen am Tegeler See

Beitrag von Julius Johnsson » Mittwoch 13. Juli 2016, 22:26

Julius ist zumindest froh das Internat sowie die Quelle des Wimmerns ausfindig gemacht zu haben. Der Schleier der seinen Geist umfangen hatte lichtet sich dadurch ein wenig.
Vorsichtig bewegt er sich um die andere Seite des Autos herum, um das wimmernde Geschöpf in die Zange zu nehmen.

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Der Mentor
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Re: IX. Schöner wohnen am Tegeler See

Beitrag von Der Mentor » Freitag 15. Juli 2016, 11:48

Isaak hält sich leicht geduckt hinter David, als man die Person jenseits des Autos in die Zange nimmt. Insgesamt drei Müdungen von Schrotflinte und Revolver weisen die Richtung, die Taschenlampe spendet Licht, um die Quelle des Wimmerns auszumachen ... noch fünf Schritte ... noch drei ... noch einer ...

" ... was soll ich nur ... sie braucht ... bitte still!"

Der Kegel der elektrischen Lampe fält auf einen Mann, der zwischen Auto und Gebäudefront monologisierend am Boden kauert. Er ist unrasiert und -gepflegt, etwa Mitte/Ende dreißig und trägt eine weite, fleckige Arbeitshose, darüber einen dunkelgrünen Parka. Waffen oder Ähnliches sind nicht an ihm zu sehen.

Sich plötzlich im Rampenlicht wiederfindend hebt der Fremde seinen Kopf und blinzelt in den grellen Kegel, hält zusätzlich abschirmend eine Hand vor die Augen.
[schwere Probe: Idee]

Von eurer gegenwärtigen Position aus entgehen einem aufmerksamen Beobachter weder der einige Meter entfernt liegende, über zwei breite Treppenstufen zu erreichende Internatseingang noch die zahlreichen dunklen und möglicherweise von innen mit schweren Vorhängen verhangenen Fenster.

" ... was nur ... wer??", stammelt der Mann zu euren Füßen.

[Probe: Psychologie]
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Julius Johnsson
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Re: IX. Schöner wohnen am Tegeler See

Beitrag von Julius Johnsson » Samstag 16. Juli 2016, 16:04

Julius senkt den Lauf seiner Flinte. Mitleidig betrachtet er den armen Tropf, der nicht alle Sinne zusammen zu haben scheint. Dann kommt ihm plötzlich eine Idee. "Robert?" spricht er den Mann an.

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Re: IX. Schöner wohnen am Tegeler See

Beitrag von Der Mentor » Sonntag 17. Juli 2016, 11:57

Der arme Tropf hält inne und sieht auf, so gut es ihm im blendenden Schein der Taschenlampe möglich ist. " ... immer nett ... immer nett, wenn die anderen Mädchen böse zu mir waren ...", erklärt er zusammenhangslos. Erst jetzt scheint er zu realisieren, dass er von mehreren Personen umstellt ist. Er blickt zu Dr. Schmidt und sagt: "Am Kaisergeburtstag ... sie ist zum Haus geworden ... flüstert ... flüstert! Husch, HUSCH!!"

Ob der Mann diese Aussagen tätigt, weil Julius ihn mit "Robert" angesprochen hat, bleibt ungewiss.
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Re: IX. Schöner wohnen am Tegeler See

Beitrag von Isaak Silbermann » Freitag 29. Juli 2016, 14:56

Der monologisierende Mann, den Julius fragend mit "Robert" anspricht, erregt Isaaks Mitgefühl.
Sowohl sein ungepflegtes Äußeres als auch sein wirrer Geist zeugen von einem Zustand, den man niemandem wünscht. Jammervoll und trostlos wirkt er, wie er da hinter dem Wagen kauert und Schutz zu suchen scheint. Isaak würde ihm gerne helfen, Fragen nach dem WIE gehen ihm durch den Kopf, doch spontan kommt er zu keiner Antwort.

Die Worte des Verwirrten, so durcheinander sie auch wirken, lassen in Isaak Gedanken an Ida, ihre Schwester und die Briefe aufkommen. Aber er vermag es in der Kürze der Zeit nicht, klarere Zusammenhänge zu sehen und beschließt daher, die Äußerung von Fragen und Vermutungen denen zu überlassen, die sich besser damit auszukennen scheinen. Obgleich man in der Dunkelheit kaum Mimik wahrnehmen kann, blickt Isaak voller Erwartungen in Richtung des Privatdetektivs.

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Re: IX. Schöner wohnen am Tegeler See

Beitrag von Dr. David Schmidt » Sonntag 31. Juli 2016, 00:07

"Was meinen sie mit, "sie ist zum Haus geworden"?", fragt dann David, einfach um etwas mehr Klarheit in den offensichtlich verwirrten Geisteszustandes des Mannes zu erhalten. "Und was machen sie jetzt hier?", folgt dann auch gleich darauf. ´ `Obwohl es jetzt etwas Licht gab, tappen wir noch immer im Dunkeln`, denkt David und ist sehr unschlüssig was sie jetzt tun sollen.
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Re: IX. Schöner wohnen am Tegeler See

Beitrag von Der Mentor » Sonntag 31. Juli 2016, 09:31

"Das Mädchen ist einsam!", entgegnet er mit gequältem Blick. "Sie schreit und schreit ... Hilfe ... mein Kopf!!" Der zweite Satz steigert sich zunächst in Lautstärke und Dramatik, um dann sogleich wieder zu einem erneuten Wimmern und Schluchzen abzufallen. Sein Kopf senkt sich und Tränen kullern ihm die Wangen herunter.

Dann ruckt sein Haupt wieder hoch und fixiert Julius mit bedrohlich funkelnden Augen. "Vater wohnt unterm Dach!", zischt er in einem kurzen Anflug von Emotionen, doch werden seine Züge fast unmittelbar wieder weich und weinerlich.

In seinem Rücken erhebt sich das Internatsgebäude bedrohlich vor der Kulisse der Nacht und erneut fühlt ihr euch beobachtet und sonderbar schutzlos. Das angesprochene Dach könnt ihr im nebligen Dunkel nur erahnen - ein Wirrwarr aus Giebeln, Geraden und verschachtelten Winkeln.
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Re: IX. Schöner wohnen am Tegeler See

Beitrag von Piotr Cebulski » Sonntag 31. Juli 2016, 09:38

"Wir vielleicht ... sollten wirklich wieder gehen und holen Hilfe?", schlägt Piotr kleinlaut aus der zweiten Reihe vor. Das Unbehagen klang dabei selten deutlicher aus dem Munde eines Mannes.
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Re: IX. Schöner wohnen am Tegeler See

Beitrag von Julius Johnsson » Sonntag 31. Juli 2016, 23:19

"Wir wollen helfen. Sprecht ihr von Ida? Wir wollen auch Ida helfen" probiert es Julius mit gutmütiger Stimme.

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Re: IX. Schöner wohnen am Tegeler See

Beitrag von Der Mentor » Dienstag 2. August 2016, 08:36

"Hilfe ... sie braucht Hilfe ... so helft ihr doch!", wimmert der Kauerer am Boden. Ob er von Ida spricht?

"Sie ... sie sagt mir Dinge ... und sie hat solche Angst!", purzeln noch einige Worte hinterher, nachdem man bereits dachte, der Mann würde wieder in lethargisches Schweigen versinken.

"Vater ist böse!", teilt er zuletzt erboßt dem Kies zu seinen Füßen mit, dann schlingt er beide Arme um seinen Oberkörper und sinkt schluchzend mit der Stirn nach vorn.
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Re: IX. Schöner wohnen am Tegeler See

Beitrag von Julius Johnsson » Donnerstag 4. August 2016, 17:35

"Ja ja, wir helfen ihr" versucht Julius zu beschwichtigen. "Aber wie können wir genau helfen und was können wir gegen den Vater tun?" versucht er weitere Informationen aus dem vielleicht weniger wirren Geist als es zunächst schien zu entlocken.

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Re: IX. Schöner wohnen am Tegeler See

Beitrag von Der Mentor » Freitag 5. August 2016, 08:43

Tatsächlich scheinen zumindest gelegentlich Worte zu dem Häufchen Elend durchzudringen. Nach einigen zähen Sekunden klagenden Wimmerns im Schein der Taschenlampe stammelt er: "Die Briefe ... ich sollte Briefe schreiben ... sie sagte mir was ... das andere Mädchen ... sie soll helfen ... sie muss dem Mädchen helfen ... oh guter Gott, das Haus ... der Schuhputzerjunge ...er war frech zu mir ... frecher Bengel!"

Zwischen den Fragmenten vergehen teils immer wieder einige Augenblicke, sodass manchmal nicht klar wird, welche Wortfetzen zusammenhängende Gedanken darstellen und in welchen Momenten sein Geist springt, wie die Nadel auf einer zerkratzten Schallplatte.
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