X. Die Höhle des Löwen

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Der Mentor
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X. Die Höhle des Löwen

Beitrag von Der Mentor » Dienstag 6. September 2016, 09:40

Der zweite Türflügel ist von innen mit einem metallenen Bolzen im Boden verankert, wie man direkt beim Eintreten feststellen kann. Fenster in der selben Wand sind von innen mit schweren Stoffen verhängt, an welchen sich bereits die Motten gütlich getan haben.

Erstaunlicherweise ist der rechteckige Raum nicht völlig dunkel. Zwei dünne Glühbirnen leuchten schwach in Halterungen rechts und links an den Wänden. Eine davon scheint einen Wackelkontakt zu haben und verlischt in unregelmäßigen Abständen, um dann kurz grell aufzuleuchten und sich wieder bei schwacher Lichtstärke einzupendeln. Schatten huschen dabei jedes Mal zuckend über die Wände.

Der Raum ist groß, wie man es von der Empfangshalle eines Schulgebäudes erwarten würde, und ansonsten karg, steinern und unmöbliert. Die breiten Stufen zweier Flügeltreppen führen rechts und links entlang ebenfalls steinerner Geländer in höher gelegene Stockwerke. Der Blick nach oben verliert sich in der Dunkelheit eines Treppenhauses. Ansonsten umgeben euch muffige Luft und Stille.

Direkt gegenüber dem Eingang ist im Halbdunkel eine etwas kleinere, ebenfalls doppelflüglige Tür unterhalb der Treppenflügel zu entdecken.
"Wer mit Ungeheuern kämpft, mag zusehn, dass er nicht dabei zum Ungeheuer wird. Und wenn du lange in einen Abgrund blickst, blickt der Abgrund auch in dich hinein." - F. Nietzsche, Aph. 146

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Julius Johnsson
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Re: X. Die Höhle des Löwen

Beitrag von Julius Johnsson » Dienstag 6. September 2016, 18:51

Julius folgt ins Innere wobei er nicht recht weiss ob er sich über die offene Tür freuen soll. Ebenso ergeht es ihm, als er die Glühbirnen erblickt die den Raum erhellen.
"Wir sollten auf jeden Fall zusammen bleiben" flüstert er den Anderen zu. "Wir könnten zunächst mal an dieser Türe lauschen" fügt er an und deutet auf die kleinere Doppelflügeltür gegenüber.

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Isaak Silbermann
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Re: X. Die Höhle des Löwen

Beitrag von Isaak Silbermann » Sonntag 11. September 2016, 10:05

Isaak nickt Julius zu, als er dessen Vorschlag vernimmt. Gespräche erscheinen ihm im Moment etwas zu heikel, denn die Situation in dem Gebäude war noch nicht einzuschätzen. Stattdessen schaut er abwechselnd zwischen den wenigen ersichtlichen Dingen im Raum und seinen Begleitern hin und her.
Die Ruhe, die sich hier niedergelegt zu haben scheint, wird durch das flackernde Licht der Glühbirne gebrochen.
Die dunklen, schweren Vorhänge und die Kühle des Saales wirken auf den Friseur, der es um einiges gemütlicher mag, trist und leblos. Anspannung breitet sich in ihm aus. Feuchte Hände sind Ausdruck dieses Gefühls, die er aber eher unbewusst an seiner Kleidung trocknet.
Wie von Julius vorgeschlagen, bleibt Isaak dicht bei den anderen und besonders in Gustavers Nähe, von der er sich wohl mehr Sicherheit verspricht.

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Gustaver von Feldess
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Re: X. Die Höhle des Löwen

Beitrag von Gustaver von Feldess » Sonntag 11. September 2016, 15:18

Von Feldess nickt Johnsson ebenfalls zu und lauscht zunächst am dunklen Holz - Stille. Dann postiert er sich seitlich neben der Tür, nicht jedoch, ohne vorher die Taschenlampe auszuschalten und in seinem Mantel verschwinden zu lassen.

Seine linke Hand legt sich auf die Klinke, den Revolver hält er erhoben auf Schulterhöhe.

Mit dem Kinn bedeutet er dem Filmemacher, seine Flinte auf die Tür zu richten.

Erst dann drückt er die Klinke und schubst den rechten Flügel in den dahinter liegenden Raum.
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Re: X. Die Höhle des Löwen

Beitrag von Der Mentor » Sonntag 11. September 2016, 15:30

Der erwartete Raum entpuppt sich als Gang. Geraudeaus in direkter Verlängerung, aber auch nach links abzweigend, führen zwei schmucklose Korridore in die Dunkelheit. Am Boden ist der Verlauf alter, abgewetzter Teppiche zu erkennen.

Von Feldess` Taschenlampe leuchtet auf und erhellt zunächst das geradeaus führende, etwa ein Dutzend Meter lange Teilstück: Zwei Türen - erst rechts, dann etwas weiter hinten links - sowie ein zugezogener Vorhang am Kopfende sind zu erkennen.

Die Abzweigung nach links führt an drei Türen vorbei, zudem knickt der Gang am Ende nach rechts ab.

Entlang der mit vergilbter Tapete überzogenen Wände sind in größeren Abständen Lampen angebracht. Direkt neben der Tür befindet sich ein Lichtschalter in einer Nische, wie man mühelos entdecken kann.
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Re: X. Die Höhle des Löwen

Beitrag von Julius Johnsson » Mittwoch 14. September 2016, 19:03

Als Julius die vielen Türen wahrnimmt breitet sich das Unbehagen in seinen Gliedern aus wie ein Tropfen Tinte in einem Wasserglas. Ihr ganzes Unterfangen kommt ihm mit einem mal völlig hoffnungslos vor.
Eben noch hatte er sich mit der Flinte in der Hand stark, ja unangreifbar gefühlt und war bereit gewesen auf was auch immer hinter der Tür gelauert hätte ohne zu zögern zu schiessen.
Aber nun - wie viele Türen, wie viele Räume und Stockwerke, ganz zu schweigen von versteckten Winkeln und Gängen mochte es hier wohl geben? Wie lange würde man brauchen um sie alle zu durchsuchen?

Ratlos blickt er in die Runde und raunt den Anderen zu, wobei er die Hoffnungslosigkeit in seiner Stimme kaum zu verbergen vermag:
"Wie sollen wir nur all diese Räume durchsuchen?"

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Re: X. Die Höhle des Löwen

Beitrag von Dr. David Schmidt » Sonntag 18. September 2016, 14:19

"Ich denke, wir sollten auf jeden Fall bei ihrem Vorschlag bleiben und uns auf gar keinen Fall auftrennen!", meint David, der bisher schweigsam geblieben war. "Wir sollten sie einfach systematisch eine nach der anderen untersuchen..." Kurz hält er inne und lauscht in das Haus hinein, vielleicht gibt es ja auch ein Geräusch, das ihnen den Weg weisen könnte.

Es war eine sehr seltsame Szenerie in die sie sich hatten hineinmanövrieren lassen.
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Re: X. Die Höhle des Löwen

Beitrag von Gustaver von Feldess » Freitag 23. September 2016, 18:28

Gustaver brummt leise, aber gereizt: "Wir haben nur die eene Nacht und ick befürchte, dit so'n riesiges Jebäude verdammt viele Zimmer hat!" Noch einmal leuchtet er die beiden Korridore aus und scheint ebenfalls zu lauschen & nachzudenken.

"Hier im Foyer is ja Licht", fährt er dann fort. "Und angeblich is dit Veteranenheim ooch bewohnt. Also würd ick vorschlagen, wir suchen und schnappen uns einen von denen und quetschen dann aus ihm raus, wat se mit dem Mädel jemacht haben, hm?"
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Re: X. Die Höhle des Löwen

Beitrag von Der Mentor » Freitag 23. September 2016, 18:32

David lauscht während der Gesprächspausen in die Grabesstille der Nacht, welche auf den Gängen lastet.

[Probe: Horchen für den Doktor und alle, die es ihm gleich tun möchten; Ergebnis - sofern positiv - per PN an mich]
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Re: X. Die Höhle des Löwen

Beitrag von Julius Johnsson » Freitag 30. September 2016, 00:11

Julius blickt nach den Bemerkungen Gustavers leicht verstört auf und raunt diesem zu: "Wenn hier wirklich Veteranen wohnen klingt das verdammt gefährlich, wir wissen ja nicht wie viele es sein mögen und mit diesen Brüdern war bisher nicht gut Kirschenessen!" An die Möglichkeit dass das Gebäude als Wohn- oder Schlafort für Veteranen dienen könnte hatte Julius überhaupt nicht gedacht, obwohl dies nach Betrachtung des Schildes durchaus nahegelegen hätte. Vielleicht hatte sein Verstand es auch einfach nicht wahrhaben wollen, um ihn weiter voranzutreiben.
"Eigentlich würde ich denen lieber aus dem Weg gehen, aber wenn wir auf einen Einzelnen treffen würde ich Deinem Plan zustimmen" spannt Julius seine Gedanken fort.
Anschließend lauscht er mit angespannter Miene in die gespenstische Stille.

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Re: X. Die Höhle des Löwen

Beitrag von Dr. David Schmidt » Sonntag 2. Oktober 2016, 17:49

Der Doktor legt den rechten Zeigenfinger auf seine Lippen um den anderen klarzumachen einen Moment ganz still zu sein. Angespannt lauscht er, ob sich das Geräusch hinter dem Vorhang wiederholt. Dann deutet er dorthin, um seinen Begleitern klarzumachen, dass er etwas gehört hat.

Wieder merkt er, dass er seit einiger Zeit unbewusst die Schultermuskulatur angespannt hat und sich diese nun leicht schmerzhaft meldet.
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Re: X. Die Höhle des Löwen

Beitrag von Julius Johnsson » Sonntag 2. Oktober 2016, 20:53

Julius nickt Dr. Schmidt zu und signalisiert ihm dass er dort auch etwas gehört hat. Instinktiv richtet er seine Flinte in die besagte Richtung und deutet Gustaver mit ihm die Vorhut zu bilden.

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Re: X. Die Höhle des Löwen

Beitrag von Gustaver von Feldess » Montag 3. Oktober 2016, 08:53

Von Feldess schrägt die Brauen - er scheint kein Geräusch gehört zu haben. Dennoch folgt er Johnssons Aufforderung und schreitet, leise wie eine Katze, in schussbereiter Pose den Gang hinab und auf besagten Vorhang zu. Die Taschenlampe hat er dabei dicht vor sich auf den Boden gerichtet, um nicht versehentlich in der Dunkelheit über etwas zu stolpern.

Am Gangende angekommen, knipst er seine Lampe aus und benutzt sie anstatt seiner Hand, um den Vorhang vorsichtig ein kleines Stück beiseite zu schieben.
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Re: X. Die Höhle des Löwen

Beitrag von Der Mentor » Montag 3. Oktober 2016, 09:00

Erstaunlicherweise dringt ein schwacher Lichtschein aus dem dahinter liegenden Raum durch die Ritze aus Wand und schwerem Stoff. Kerzen ...

Durch den schmalen Schlitz erkennt man den Ausschnitt einer holzvertäfelten Seitenwand, Steinboden, einen hölzernen Tisch und zwei Stühle. Jemand räuspert sich leise außerhalb eures Sichtfeldes. Eine Männerstimme ...
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Re: X. Die Höhle des Löwen

Beitrag von Gustaver von Feldess » Donnerstag 6. Oktober 2016, 20:09

Gustaver erstarrt in der Bewegung und wirft Julius einen fragenden Blick zu. Schweiß steht trotz der Kühle des Ganges in feinen Tropfen auf seiner Stirn.
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