XI. Viel Wirbel um Ida

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Julius Johnsson
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Re: XI. Viel Wirbel um Ida

Beitrag von Julius Johnsson » Dienstag 16. Januar 2018, 12:39

"Ich fürchte ihr habt recht" stimmt Julius Dr. Schmidt zu. "Und mich lässt das Gefühl nicht los dass die ganze Schererei hier und jetzt beginnt bzw. begann! Die Frage für mich ist nur ob wir jetzt den Ausbruch und somit viel Leid verhindern können oder lieber auf unsere halbwegs sichere Chance in der Zukunft bauen" murmelt Julius den Anderen nachdenklich zu.

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Gustaver von Feldess
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Re: XI. Viel Wirbel um Ida

Beitrag von Gustaver von Feldess » Donnerstag 18. Januar 2018, 11:44

"Ick würd'n vermutlich von hier aus erwischen", meint von Feldess zu Johnsson und wiegt den durchgeladenen Revolver in seinen Händen hin und her. Diese Entscheidung möchte er einfach nicht selber treffen, dafür ist ihm das gegenwärtige Geschehen zu suspekt und auch potentiell zu bedrohlich.
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Der Mentor
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Re: XI. Viel Wirbel um Ida

Beitrag von Der Mentor » Donnerstag 18. Januar 2018, 11:52

Während der monotone Singsang andauert, entgeht dem aufmerksamen Beobachter nicht, dass außerhalb der Fenster, wo vormals nur Schwärze zu sehen war, dichte Nebelschwaden vorüber streifen. Die Kerzen im Raum flackern unruhig, obwohl hier überhaupt kein Wind geht, und die schwarze Wolke oberhalb der Kaiserstatue verdichtet sich weiter, wirbelt um ihr eigenes Zentrum und formt immer wieder kurzzeitig feinstoffliche Auswüchse aus, welche an die Tentakel eines Oktopoden erinnern und zuckend in den Raum hinein tasten, bevor sie wieder zerfasern.

Mathilde Rendel ruft plötzlich inmitten des vielstimmigen Singsangs ihrer Schwester zu:
"Wehr dich, Schmetterling! Los, wehr dich, nimm meine Kraft!"

Ida zeigt keine Reaktion. Der Vater der Mädchen jedoch, welcher kurz zuvor seinen Platz verlassen hat, um durch die Reihen zu schreiten und seinen unheiligen Chor mit erhobenen Armen anzufeuern, hält inne und zeigt auf mehrere Personen im Publikum. Diese verstummen augenblicklich und beginnen, ungelenk wie Marionetten über Stühle zu steigen und sich durch die paralysierten Sänger hindurch zu Mathilde nach vorne zu drängen.
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Re: XI. Viel Wirbel um Ida

Beitrag von Piotr Cebulski » Donnerstag 18. Januar 2018, 11:56

"Ohh nein!", platzt es aus Piotr heraus, als er das Ziel der ferngesteuerten Spießbürger identifiziert. Sein Tonfall und Gestus erinnern dabei an einen sämtlichen Anwesenden gänzlich unbekannten Androiden aus einer weit, weit entfernten Galaxis.
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Re: XI. Viel Wirbel um Ida

Beitrag von Dr. David Schmidt » Sonntag 11. Februar 2018, 23:17

David sieht von Gustaver zu den den fremdgesteuernden Menschen. Waren sie wirklich hier, um eingreifen zu können, wahrscheinlich...wozu sonst wären denn dann die Sprüche gut. Allerdings, konnte man einfach so mit der Vergangenheit umgehen- sie einfach ändern; würde sich dadurch nicht unter Umständen ihre Gegenwart ändern?

Dann fiel ihm der Dachboden ein, in dem irgendwann einmal Ida und ihr Vater dieses seltsame Gedankenduell (er hatte keinen besseren Ausdruck) ausfochten. Hör auf zu theoretisieren, sagte er innerlich zu sich selbst, denn so würde nichts passieren
. "Wir müssen ihn stoppen!", meinte er dann ruhig zu Gustaver, um diesem klar zu machen, dass er die Idee für gut empfand.
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Re: XI. Viel Wirbel um Ida

Beitrag von Julius Johnsson » Mittwoch 7. März 2018, 13:19

Julius, hin und her gerissen und unfähig eine eigene Entscheidung zu treffen, atmet innerlich auf. Dr. Schmidt hatte den Startschuss gegeben, hatte sich dem lähmenden Zuschauen widersetzt und so eine Bresche für die Anderen geschlagen.
"Ihr habt recht, wir können nicht einfach nur zusehen!" stimmt Julius mit neuer Entschlossenheit zu und holt bei diesen Worten seine Flinte hervor. Ein Kopfnicken zu Gustaver bedeutet diesem den Schuss zu wagen.

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Re: XI. Viel Wirbel um Ida

Beitrag von Der Mentor » Samstag 17. März 2018, 14:03

Das Tempo der Szene scheint sich stetig zu beschleunigen, während zahlreiche Dinge gleichzeitig geschehen: die Zuschauer singen, angefeuert von ihrem Gastgeber, weiter aus voller Kehle ihre absurde, sonderbar abstoßende Melodie. Mathilde ist derweil hinüber zu Ida gelaufen und rüttelt an der Schulter ihrer Schwester, während sich ein halbes Dutzend ferngesteuerter Gäste den beiden Mädchen zügigen Schrittes nähern. Ihre verhärteten Gesichter und ausgestreckten Hände verheißen nichts Gutes.

Außerhalb der Glasfassade wirbeln schwarze Nebelschwaden umher, ebenso wie sich die wabernde Wolke oberhalb der Kaiserstatue weiter verdichtet. Peitschenden Tentakeln ähnlich formen sich beinahe stofflich wirkende, mehr als einen Meter lange Auswüchse aus der amorphen Finsternis und zucken suchend durch die Luft.
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Re: XI. Viel Wirbel um Ida

Beitrag von Gustaver von Feldess » Samstag 17. März 2018, 14:06

Gustaver schaut noch einmal fragend zu seinen Gefährten. Dann sehen die anderen Herren, wie er seinen Revolver zückt, diesen - diskret mit beiden Händen abgeschirmt - vor seinen Bauch hält und den Hahn spannt. Noch einmal geht sein Blick prüfend zu den Geschwistern Rendel und dem Wirbel über der Kaiserstatue, dann reißt er das Schießeisen hoch und gibt zwei, drei donnernd laute Schüsse auf den Hausherrn ab.
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Re: XI. Viel Wirbel um Ida

Beitrag von Der Mentor » Samstag 17. März 2018, 14:13

Ihr alle hört den Knall der Schüsse, seht wie Georg Rendel aus seiner Euphorie gerissen wird und mit schreckgeweiteten Augen in eure Richtung blickt. Auch ringsum wenden sich euch zahlreiche Köpfe zu und ihr seht in gehetzt wirkende, doch zugleich sonderbar entrückte Gesichter. David muss an die ihm alltäglich begegnende, wohl vertraute Mischung aus Wahnsinn und Sedativa denken, die seinen Klinikalltag kennzeichnet.

Ob die Geschosse Rendel treffen, ob sie ihn verletzen oder gar töten, könnt ihr nicht sagen, da die Szene einem gleißend weißen Lichtblitz weicht.

Dann herrscht wieder unvermittelt Stille und ihr findet euch erneut in der menschenleeren Aula des Jahres 1922 wieder.
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Re: XI. Viel Wirbel um Ida

Beitrag von Dr. David Schmidt » Donnerstag 5. April 2018, 15:57

"Ist es jetzt vorbei....?", fragt David dann nach einer gefühlten Ewigkeit, vielleicht weniger, um wirklich Antwort zu erhalten, sondern um die Stille zu durchbrechen.

Sein Blick wandert nach oben in Richtung Dachboden, aber auch zu den Fenstern- um sich zu vergewissern, dass sich dort keine schwarzen Schlieren, oder gar Tentakeln bewegten.
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Re: XI. Viel Wirbel um Ida

Beitrag von Der Mentor » Freitag 6. April 2018, 10:09

Außerhalb der Fenster herrschen die gleichen Witterungsbedingungen wie zu eurer Ankunft.
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Re: XI. Viel Wirbel um Ida

Beitrag von Julius Johnsson » Dienstag 10. April 2018, 23:23

Julius starrt wie gebannt Gustavers Schüssen hinterher, der folgende Lichtblitz trifft ihn völlig unvorbereitet. Wieder in der Aula ist er noch starr vor Schreck, unfähig seine Erleichterung mitzuteilen.

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Gustaver von Feldess
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Re: XI. Viel Wirbel um Ida

Beitrag von Gustaver von Feldess » Donnerstag 12. April 2018, 12:11

Gustaver kehrt mit noch immer von sich gestreckter Pistole in eure Realität zurück. Feiner Rauch kräuselt sich aus dem Lauf der Waffe.

Es vergehen wenige Augenblicke, bis der Ermittler sich blöd dabei vorkommt, auf ein nicht existentes Objekt in einem sonst leeren Raum zu zielen und so lässt er das Schießeisen sinken, um sich seinen Mitstreitern zuzuwenden. Die Hand, welche den Waffengriff fest umfasst, zittert unmerklich.

Gustavers Miene bringt eine gehörige Portion Skepsis zum Ausdruck, als er Davids paraphrasierte Frage, quasi zeitgleich, erneut in die Runde wirft:
"Und nu? War's dit so einfach?"
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Re: XI. Viel Wirbel um Ida

Beitrag von Dr. David Schmidt » Sonntag 10. Juni 2018, 12:36

David sieht zu seinen Gefährten und irgendwie scheinen sie alle wie gelähmt durch die plötzliche Rückkehr ins Hier und Jetzt. Er selber fühlt sich ja auch so und er merkt auch wie er in eine grüblerische Stimmung versinkt, die versucht das gerade Erlebte zu verarbeiten, dabei stösst sein Verstand aber natürlich regelmässig an seine Grenzen. Jedesmal wenn das passiert spürt er ganz leicht Panik in sich aufsteigen; etwas was völlig klar ist, da seine bisherige Weltordnung am Zusammenbrechen ist. Hier ist aber weder Zeit noch Ort dafür, ruft er sich selber wieder ins Bewusstsein und es gibt ja auch noch etwas zu tun. Danach greift er wie nach einem Strohhalm. "Lasst uns sehen, wie es Ida geht!", meint er dann und ist schon am Weg zum Dachboden, hoffend, dass es dem Mädchen soweit wie möglich gut geht.
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Re: XI. Viel Wirbel um Ida

Beitrag von Julius Johnsson » Sonntag 17. Juni 2018, 00:05

Julius blickt skeptisch in die Runde. Die Worte Gustavers hallen noch in seinem Geiste nach, konnte das wirklich so einfach gewesen sein? Was war überhaupt geschehen?
"Ich bin mir nicht sicher" erklärt er zögerlich "eigentlich hätten wir ja noch zwei Sprüche aufzusagen. Uns aufzuteilen birgt große Gefahren, ebenso kann aber jede Sekunde zählen. Ich bin wirklich unschlüssig was das Beste wäre."

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